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Familie Storch im Landkreis Celle

Autor:
Redaktion

Meister Adebar im Celler Land

Ein Bericht von Florian Friedrich

Jedes Jahr fliegen die Störche im Celler Land ein, um hier ihren Nachwuchs auszubrüten. Engagierte menschliche Helfer erwarten sie dann bereits.

Mit dem Storch verbinden wir Menschen durchweg positive Aspekte. Er galt in der Vergangenheit als Glücksbringer und Symbol für Fruchtbarkeit. Kindern wurde erzählt, die Babies brächte der Klapperstorch. Das mag daran liegen, dass Störche inmitten von menschlichen Siedlungen nisten und die Menschen sehr unmittelbar an ihrem Leben teilhaben lassen. Am Nestbau ebenso wie an ihrem Liebesleben und lautstarkem Begrüßungsklappern.

Störche sind oft über Jahre einem Standort treu. Zu ihrem Schlupfort kehren die Jungstörche in der Regel aber nicht zurück. Sie legen durchschnittlich drei bis fünf Eier und können in Ausnahmefällen über 30 Jahre alt werden.

Besonders beeindruckend ist das Zugverhalten der großen Vögel. In Mitteleuropa verbringen sie nur die Sommermonate. Zum Überwintern fliegen die Störche in den warmen Süden. Einige fliegen bis nach Südafrika und legen dabei über 10.000 Kilometern zurück. Zwei bis vier Monate sind sie dafür unterwegs, mit durchschnittlichen Tagesleistungen von 150 bis 300 Kilometern. Andere wählen den kürzeren Weg und überwintern in Spanien. Sie sind dementsprechend im Frühjahr auch die ersten, die ihre Brutplätze wieder erreichen. Sie kommen bereits Ende Februar und besetzen die besten Plätze. Störche ernähren sich recht vielfältig. Mäuse, Regenwürmer, Insekten, Frösche, Fische und sogar Schlangen stehen auf ihrem Speisezettel. Jeder Jungvogel benötigt täglich über ein Kilogramm Nahrung. Für die Aufzucht sind die Storcheneltern darum ständig auf Futtersuche auf Feuchtwiesen und Feldern. Wegen knapper werdender Ressourcen im Naturraum kommt es immer wieder zu teils blutigen Kämpfen um die besten Plätze.

Die Weißstorch-Bestände gingen im 20. Jahrhundert wegen der Trockenlegung von Feuchtgebieten stark zurück. 1907 soll es im Celler Land 87 Brutpaare gegeben haben. 1934 waren es noch 33 Paare mit 72 Jungvögeln, doch ihre Zahl nahm stetig ab. 1988 verließen nur drei Jungstörche den Landkreis Celle. Dank umfassender Naturschutz-Maßnahmen und jahrzehntelanger Bemühungen konnte der Weißstorchbestand mittlerweile wieder stabilisiert werden. Seit Jahren brüten wieder mehr als 15 Paare auf Kirchen, Schornsteinen und eigens dafür aufgestellten Masten im Celler Land.

Mit verantwortlich für diesen Erfolg ist Hans Jürgen Behrmann, der 1988 ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer für den Landkreis Celle wurde. Seit 2007 betreut er zusätzlich die Weißstörche im Nachbarlandkreis Gifhorn(www.stoerche-celle-gifhorn.de). Während der Hauptsaison ist Behrmann täglich in seinem Betreuungsgebiet unterwegs. Er beobachtet das Brutgeschehen, hilft bei Nestbau- und Schutzmaßnahmen und hält Kontakt zu Helfern vor Ort. In Notfällen greift der Storchenbetreuer auch ein und bringt verletzte Störche zum Nabu Artenschutzzentrum in Leiferde oder zur Tierärztlichen Hochschule in Hannover.

Zu seinen besonderen Aufgaben gehört die Beringung des Storchennachwuchses, die Behrmann mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr von der großen Drehleiter aus in luftiger Höhe durchführt. Mit Hilfe der unverwechselbaren Nummern werden die Lebenswege der Tiere nachvollziehbar.

Der Weißstorchbetreuer kann sich bei seinen vielfältigen Aufgaben auf viele engagierte Helfer verlassen, die sich jedes Jahr um das Wohlergehen von Meister Adebar und seinem Nachwuchs bemühen. Dabei hängt der Bruterfolg von vielen Faktoren ab, die nicht zu beeinflussen sind, wie beispielsweise dem Wetter. Ist nach dem Schlüpfen der Jungvögel regnerisches Wetter, gibt es viele der dringend benötigten Regenwürmer. Regnet es zu viel und bleibt lange kalt, droht den Nestlingen Unterkühlung. Bei zu starker Sonneneinstrahlung trocknen sie aus. Klimatische Bedingungen und die Verfügbarkeit von Futter sind entscheidend dafür, ob es ein gutes oder eher ein schlechtes Storchenjahr wird. So oder so verlassen uns die Störche jedes Jahr in Richtung Süden, ihrem natürlichen Instinkt folgend. Mit der gleichen Selbstverständlich kehren sie im Frühjahr zurück und beginnen von neuem mit ihrem Brutgeschäft.

Fotos: Hubertus Blume (c) landluft-celle.de 2018

 

Themen:
Landkreis

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