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Schnuckenprojekte auf dem Winser Museumshof

Autor:
Redaktion

Schnuckenprojekte – Ölbilder, Zeichnungen, Diashow, Klangcollage, Transparente Raumkunst, experimentelle Gewebe – Heike Schlobinski präsentiert virtuos ihr Eintauchen in die Schnuckenwelt der Heide.

Im „Dat groode Hus“ auf dem Winser Museumshof  kann man vom 16.09.-28.10.2018 das umfangreiche Werk der Künstlerin rund um die Welt der Heidschnucken mit all ihren Facetten intensiv erleben.

Zur Vernissage der Ausstellung kamen viele Kunstinteressierte aus dem ganzen Landkreis und waren begeistert von der Einführung Daphne Mattners, Kunsthistorikerin, in die künstlerische Auseinandersetzung von Heike Schlobinski mit der Welt der Schnucken, die unsere Landschaft seit Jahrhunderten prägt.

Metaphorisch begann Mattner mit dem Märchen von Rumpelstilzchen, wo die Müllerstochter Stroh zu Gold für den König spinnen musste. So spann sie den Bogen zu Schlobinskis Arbeiten, die ebenfalls aus einen Produkt/Material, das heute kaum noch Akzeptanz in unserer Gesellschaft hat, etwas Goldenes, Feines, etwas Besonderes kre-iert.

Heike Schlobinski, geboren 1963 in Celle, studiert Textildesign in Kassel und Hannover und kommt erst später zur Malerei und findet ihre Heimat im Herzen der Südheide, erst in Oberohe und heute in Schmarbeck, immer umgeben von den landschaftsprägenden Schnucken. Sie taucht dort ein, lebt und fühlt mit ihnen, kennt ihre Eigenarten und Gewohnheiten und ist fasziniert von der archaischen Kraft, die von diesen Tieren ausgeht.

Wenn Heike in ein Thema eintaucht, dann durchdringt sie das auf allen Ebenen. Ende der 80er Jahre, auch damals schon in der Region verwurzelt, war sie fasziniert von den Bodenschätzen in ihrer unmittelbaren Umgebung – dem Kieselgur. Sie konnte noch das Ende des Abbaus und die damit verbundenen Landschaftsveränderungen in einem Bildzyklus einfangen.

Mit ihrem Schnuckenprojekt taucht sie auch hier wieder in eine Welt ein, die sie in allen Bereichen durchdringt. Es entstehen Gemälde, naturalistisch zwar nachempfunden, aber nicht einfach nur gemalt. Man spürt in diesen Portraits die Persönlichkeit, den Stolz und den Charakter des Tieres, seine Eigenart und das maltechnisch perfekt umgesetzt. Es entstehen 12 Portraits, die alle hier ausgestellt sind.

Die Ausstellung hätte den Namen „Schnuckenprojekt“ kaum verdient, wenn „nur“ Schnuckenbilder zu sehen wären. Heike findet zurück zu ihren Wurzeln, dem Textildesign und setzt sich an den Webstuhl, um aus der doch etwas rau anmutenden Schnuckenwolle – nur Stacheldraht ist kratzbürstiger, so Daphne Mattner in ihrem Vortrag – filigrane Texturkreationen, durchwebt mit anderen Materialen, wie Stroh oder Güldenem, zu machen.  Sie  transformiert „Gewöhnliches“ zu etwas „Besonderem“.

Mit dem Ausstellungsort in „Dat groode Hus“ auf dem Winser Museumshof hat die umfangreiche Arbeit von Heike Schlobinski genau den richtigen Ort gefunden – ein Ort wo traditionelles Brauchtum auf  Kunst zum Anregen und Nachdenken trifft, eine Symbiose, die in unserer schnelllebigen und konsumorientierten Zeit kaum noch zu finden ist.

Text und Fotos: Hubertus Blume © Landluft-Celle.de

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