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Radwandern durch alte Dörfer am Rande der Stadt Celle

Autor:
Florian Friedrich
Orientierungskarte zum Radwandern durch alte Dörfer am Rande der Stadt; Länge: 21km, kürzere Teilabschnitte möglich; Kartengrundlage: openstreetmap.org

Orientierungskarte zum Radwandern durch alte Dörfer am Rande der Stadt; Länge: 21km, kürzere Teilabschnitte möglich; Kartengrundlage: openstreetmap.org

 

Der Rundweg führt uns durch den Norden des erweiterten Stadtgebietes von Celle. Wir durchfahren die Ortschaften Groß Hehlen, Hustedt und Scheuen und können unterwegs die abwechslungsreiche Landschaft genießen.

Auch in früherer Zeit waren diese alten Dörfer bereits mit der Stadt verbunden, gehörten sie doch zur Burgvogtei mit ihrem Verwaltungssitz in der Celler Vorburg und waren für die Versorgung der Bürger von Bedeutung. Seit der Eingemeindung 1973 gehören die genannten Ortschaften nun zur Stadt Celle und dienen vielen als stadtnahe und dennoch eindeutig ländlich geprägte Wohnorte, in denen es sich gut leben lässt. Über meist asphaltierte oder zumindest geschotterte Wege führt der Rundweg durch die Dörfer am Rande der Stadt.

St.-Cyriacus-Kirche

St.-Cyriacus-Kirche Groß Hehlen

St.-Cyriacus-Kirche Groß Hehlen

Startpunkt des Rundweges ist die St.-Cyriacus-Kirche in Groß Hehlen mit Parkmöglichkeit am Gemeindehaus bzw. an der Riete. Benannt ist die Kirche nach einem römischen Märtyrer, der als Schutzpatron der Zwangsarbeiter und des Weinbaus gilt. Das Kirchspiel umfasst die vier Ortschaften Groß Hehlen, Hustedt, Scheuen sowie Boye und blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück.

 

Gedenkstein Kirchengemeinde Groß-Hehlen

Gedenkstein Kirchspiel Groß-Hehlen

Ein Gedenkstein von 1994 an der Ecke Lange Straße und Zum Thingplatz erinnert daran. Früher gehörten demnach auch noch die stadtnahen Ortschaften Garßen, Bostel, Altenhagen, Lachtehausen und Klein Hehlen dazu.
Die älteste urkundliche Erwähnung der Groß Hehlener Kirche datiert auf das Jahr 1235. Diese erste romanische Kirche wurde 1494 zerstört. Ein früherer massiver Kirchturm stürzte 1634 ein. Der heutige hölzerne Glockenturm wurde 1703 gebaut.

Mauer aus Raseneisenstein an der Kirche in Groß-Hehlen

Mauer aus Raseneisenstein an der Kirche in Groß-Hehlen

Die Mauern der Kirche bestehen noch aus Raseneisenstein, einem ehemals typischen Baustoff der Heide. Der nachträgliche Einbau gotischer Spitzbogenfenster aus Ziegelsteinen ist deutlich zu erkennen.
Erwähnenswert sind auch die zahlreichen Grabsteine im Umfeld der Kirche sowie ein Obelisk, der an die Gefallenen der Weltkriege erinnert. Namenstafeln am Obelisken nennen 50 Gemeindemitglieder, darunter eine Frau (Krankenschwester), die allein zwischen 1914 und 1918 ihr Leben ließen.

Obelisk für Weltkriegsopfer

Obelisk für Weltkriegsopfer

Wir verlassen den Kirchhof über den Durchgang am Gemeindehaus, überqueren die Lange Straße und folgen dem Boyer Weg (alter Kirchweg) ein kurzes Stück, bevor wir in die Straße Langes Feld einbiegen. Wir befinden uns hier im alten Teil von Groß Hehlen. Die großen Höfe werden größtenteils noch heute im Vollerwerb betrieben und bewahren die bäuerlichen Wurzeln des Ortes.

Pflasterstraße mit Sommerweg

An der ersten Möglichkeit biegen wir rechts in die Bürgermeister-Heine-Straße ab und sehen nun ein mittlerweile selten gewordenes Beispiel des historischen Straßenbaus. Der Sandweg diente bei trockenem Wetter zum Fahren und wurde daher auch Sommerweg genannt, während bei nassem Wetter die gepflasterte Spur genutzt wurde. Sogar die deutliche Wölbung der Pflasterung, damit Regenwasser besser ablief, ist noch deutlich zu sehen.

Steinpflasterstraße mit Sommerweg

Steinpflasterstraße mit Sommerweg

Am Ende des gepflasterten Weges biegen wir nach links in die Lange Straße ab und folgen dieser. Alt Groß Hehlen endet etwa an der gleichnamigen Querstraße. Auf unserem weiteren Weg erfahren wir eindrucksvoll das Wachstum des Ortes innerhalb der letzten hundert Jahre.
Wir überqueren die Celler Straße (B3) an der Ampel und folgen dem Hustedter Weg aus Groß Hehlen heraus. Die recht monotone Kiefernbepflanzung des weiteren Weges ist durch den sandigen Untergrund bedingt und typisch für die aufgeforstete Heidegegend.

 

Stubbenwall am Buchholzberg

Stubbenwall am Buchholzberg

Stubbenwall am Buchholzberg

Wir „erklimmen“ den Buchholzberg und sehen linker Hand im Wald einen sogenannten Stubbenwall. Dabei handelt es sich um zusammengeschobene Baumstümpfe, die der Wiederaufforstung nach dem Orkan von 1972 Platz machen sollten. Solche Wälle sind in der Umgebung recht häufig.
Wer den Rundweg um acht Kilometer abkürzen möchte, hat hier die Möglichkeit, rechts abzubiegen und dem Winsener Weg über den Reemsberg nach Scheuen zu folgen.

 

Weißes und Schwarzes Moor

Birke im ehemaligen Moor

Birke im ehemaligen Moor

Dem Rundweg in Richtung Hustedt folgend kommen wir in eine Niederung, durch die das kleine Bächlein Warmbeck fließt. Hier wurde um 1900 der zum Heizen dringend benötigte Torf gestochen. Spuren aus dieser Zeit finden sich kaum, denn der Bereich wurde später zu Äckern kultiviert bzw. aufgeforstet. Nur die Flurnamen Schwarzes Moor (links des Weges) und Weißes Moor (rechts des Weges) weisen noch in diese Zeit und sagen etwas über die hier vorgefundene Torfqualität aus. Schon in alter Zeit diente dieser Weg den Hustedtern als Kirchweg nach Groß Hehlen. Landkarten des 18. Jahrhunderts verzeichnen hier deshalb bereits einen Damm durch das Moor.

Umtrunkeiche

Umtrunkeiche Hustedt

Umtrunkeiche Hustedt

In Hustedt angekommen, sehen wir die sogenannte Umtrunkeiche. Eine von der Stadt Celle aufgestellte Bank lädt hier zu einer Rast ein. Sie wurde von den Anliegern des Baumes am 21. August 1989 eingeweiht und wird seitdem zur Nachbarschaftspflege genutzt. An der nächsten Abzweigung folgen wir der Straße Alt Hustedt und gewinnen so einen Eindruck des ursprünglichen Ortes. Urkundlich erwähnt wurde Hustedt erstmals im Jahre 1438.
An der Hauptstraße angekommen, folgen wir dieser auf dem begleitenden Fahrradweg nach rechts und verlassen das eigentliche Hustedt. Die gut 700 Einwohner verteilen sich auf mehrere Ortsteile, die zum Teil weit verstreut liegen. Wir radeln nun weiter zum Ortsteil Jägerei.

 

Dorfgemeinschaftshaus Hustedt

Dorfgemeinschaftshaus Hustedt

Dorfgemeinschaftshaus Hustedt

In der Mitte des Hustedter Ortsteils Jägerei befindet sich im Gebäude der alten Dorfschule von 1799 das 1978 eingerichtete Dorfgemeinschaftshaus. Trotz der weitverstreuten Ortsteile wird in Hustedt eine starke Gemeinschaft gepflegt und dieses Gebäude hilft, den Zusammenhalt zu fördern.

Ein kurzes Stück des Weges weiter verweist ein Schild auf eine willkommene Einkehrmöglichkeit. Wer hier einkehren möchte, muss den Rundweg kurz verlassen und etwa 300 m der Straße Unter den Eichen folgen.

Müller’s Waldcafé, Restaurant mit rustikaler Küche, Täglich 12–22 Uhr geöffnet, Montag Ruhetag,Tel.: 0 50 86 / 3 70

 

Jugendstilvilla der Heimvolkshochschule Hustedt

Jugendstilvilla der Heimvolkshochschule Hustedt

Dieser Abstecher gewährt auch einen schönen Blick auf eine Jugendstilvilla, die heute Teil der Heimvolkshochschule ist. Seit über 60 Jahren betreibt hier der Verein Heimvolkshochschule Hustedt ein anerkanntes Zentrum der Erwachsenenbildung. Miteinander und voneinander lernen ist das Motto. Das große Gelände mit Freizeitmöglichkeiten und mehrere Seminargebäude und Unterkünfte ermöglichen ein attraktives Gesamtangebot.

 

Wegebaubegrenzungsstein

Wegebaubegrenzungss

Wenn wir dem Rundweg weiter folgen, entdecken wir kurz hinter dem Ortsschild, zwischen Hustedt-Jägerei und Hustedt-Bahnhof, einige Grenzsteine am gegenüberliegenden Waldrand. Sie zeigen die Initialen WB und markierten die Grenze für den Wegebau. Bei genauerem Hinsehen finden sich noch mehrere solcher Wegebaubegrenzungssteine. Einer steht auch auf unserer Straßenseite und flankiert eine Hofeinfahrt. Er ist allerdings stark beschädigt.

 

Gedenkstein Waldbrandkatastrophe

Gedenkstein Waldbrandkatastrophe 1975

Gedenkstein Waldbrandkatastrophe 1975

An der Abzweigung der Straße Im Gehege wurde ein Gedenkstein für die bisher größte Waldbrandkatastrophe Deutschlands aufgestellt. Allein im Landkreis Celle fielen dem gewaltigen Großfeuer im August 1975 rund 6000 ha Wald und Heide zum Opfer. Das extrem trockene und heiße Wetter begünstigte in jenen Tagen zahlreiche Brände in der Lüneburger Heide. Etwa 15.000 Feuerwehrleute aus dem gesamten Bundesgebiet waren im Einsatz. Dazu kamen zahlreiche Unterstützer anderer Verbände wie auch der Bundeswehr. Drei französische Löschflugzeuge versuchten ebenfalls, das Feuer einzudämmen. Zeitweise waren über 30.000 Menschen im Löscheinsatz. Hier in Hustedt in der Nähe des Forsthauses gelang es, das Feuer zu stoppen. Begünstigt dadurch, dass der Wind drehte und nach Wochen endlich wieder Regen einsetzte. Der Ort war zu diesem Zeitpunkt längst evakuiert.

Aus den Erfahrungen der Katastrophe wurde gelernt. Viele Wege wurden befestigt, Löschwasserbrunnen und -teiche angelegt, die weiten Kiefernaufforstungen durch Laubbaumreihen abgeriegelt und bessere Löschfahrzeuge angeschafft. Vor allem aber wurden die Kommunikation und die Kommandostruktur optimiert, um künftig mit Katastrophen besser umgehen zu können.

Rollbahn

Ehemalige Rollbahn des Feldflugplatzes

Ehemalige Rollbahn des Feldflugplatzes

Es lohnt sich durchaus, den Rundweg am Gedenkstein kurz zu verlassen und der Straße Im Gehege knapp 300 m weit zu folgen. Am Ende der Asphaltierung fällt auf, dass der Weg hier einst betoniert war.
In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges wurden einige Wege in der Umgebung auf diese Weise befestigt, um die Jagdflugzeuge des nahen Feldflugplatzes bei Bomberalarm schnell im Wald verstecken zu können. Der Beton wurde seinerzeit direkt im Heidesand angemischt. Die meisten dieser Wege mussten auf Anordnung der Alliierten nach Kriegsende aufgepflügt und zerstört werden. Dieser Weg blieb erhalten, weil sich der damalige Förster stark dafür einsetzte, denn er brauchte den Weg zum Holzrücken aus dem feuchten Scheuer Bruch. Angeblich musste er dafür aber so manchen Heideschnaps mit dem britischen Kommandanten leeren.

Der Rundweg folgt dem Radweg an der Straße weiter bis Hustedt-Bahnhof.

Eisenbahnstrecke Celle–Soltau

Eisenbahnstrecke Celle - Soltau

Eisenbahnstrecke Celle – Soltau

Personenzüge halten in Hustedt seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr und auch das Sägewerk mit Bahnanschluss hat seinen Betrieb längst eingestellt. Im April 1902 war hier entlang die Kleinbahnstrecke von Garßen nach Bergen eingerichtet worden. Sie wurde zwei Jahre später zum Bahnhof Celle-Vorstadt verlängert. In der anderen Richtung wurde die Strecke 1910 von Bergen nach Soltau bzw. von Beckedorf nach Munster weitergeführt. Neben dem Personenverkehr, der wie beschrieben längst eingestellt ist, spielten die Holzabfuhr und der Transport landwirtschaftlicher Produkte ebenso eine Rolle wie der Militärverkehr. Auch heute noch rollen hier die Gütertransporte der Osthannoverschen Eisenbahn (OHE). Wir folgen dem Radweg entlang der Straße nach rechts.

 

Hustedt Waldkater

Umgebaute Baracke des Feldflugplatzes

Umgebaute Baracke des Feldflugplatzes

Nach etwa einem Kilometer sehen wir auf der rechten Seite, jenseits der Bahngleise, die letzten Überreste des erwähnten Feldflugplatzes. Zwischen 1935 und 1945 war hier ein Jagdgeschwader stationiert. Die Baracken dienten als Unterkünfte. Ab 1943 wurde der Feldflugplatz mehrmals bombardiert, aber die im Wald versteckten Rollbahnen verhinderten größere Schäden. Die Alliierten nutzten das Flugfeld nach Kriegsende für Munitionssprengungen und brachten in den Baracken zeitweise über 1.000 Kriegsgefangene unter. Seit 1950 dienen die renovierten Baracken nun bereits als rein zivile Wohnsiedlung, die nach einer damals nahe gelegenen Gaststätte seitdem Waldkater genannt wird.

Weiter entlang des Radweges an der L240 überfahren wir die Bahnstrecke Celle–Soltau. Der Anstieg ist etwas mühsam, entlohnt allerdings durch eine dementsprechende Abfahrt. Am höchsten Punkt müssen wir zunächst die Straßenseite wechseln, bitte Vorsicht hierbei.
Die Abzweigung führt zur ehemaligen Panzer- Kaserne Freiherr von Fritsch, für die sich nach Aufgabe durch die Bundeswehr eine Zukunft als niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz abzeichnet. Auch der durch die Jägerschaft des Landkreises Celle betriebene, hochmoderne Schießpark Celler Land ist von hier aus ausgeschildert. Wir aber fahren die Bahnüberführung weiter hinunter und erreichen Scheuen. Das Motto des Ortes sehen wir auf einem Schild des Gewerbevereins: „Wohlfühlen am Rande der Südheide“. Zu diesem Zweck biegen wir links in die Straße An der Lake ein und machen eine Rast im PIANO.
PIANO Ristorante/Pizzeria, Di.–Sa. 17–24 Uhr, So. 8:30–24 Uhr, Montag Ruhetag, Tel.: 0 50 86 / 98 77 444

Kopfsteinpflasterstraße

Erhaltenes Stück Pflasterstraße aus dem Ersten Weltkrieg

Erhaltenes Stück Pflasterstraße aus dem Ersten Weltkrieg

Wir folgen der Straße An der Lake weiter und erreichen nach der Kurve ein kleines Stück Kopfsteinpflaster. Bei der Asphaltierung der Straße wurde das Stück ausgespart, um darauf hinzuweisen, dass diese Straße zwischen 1914 und 1918 von Kriegsgefangenen des nahen Lagers befestigt wurde. Ein Gedenkstein erinnert daran. Wir überqueren die Arlohstraße und fahren auf einem weiteren kurzen Stück Kopfsteinpflaster. Seinerzeit ein Segen für den landwirtschaftlichen Verkehr – waren die früheren Sandwege doch meist schwer befahrbar –, wurden diese Straßen nun vielerorts asphaltiert. Dadurch sind solche Straßenpflaster mittlerweile selten geworden. Der Rundweg folgt der Schnuckendrift nach links. Der Name erinnert an die hier entlanggetriebenen Schnuckenherden, die damals die weiten Heideflächen beweideten.

Wir fahren immer geradeaus und verlassen Scheuen. Alternativ können wir auch in den Hermannsburger
Weg einbiegen und den Rundweg dadurch um zwei Kilometer verkürzen. Wir überqueren dann den Segelflugplatz. Auf geschlossene Schranken bzw. Hinweisschilder ist beim Überqueren der Start- und Landebahn unbedingt zu achten.

Heidefläche

Kleine Heidefläche

Kleine Heidefläche

Der Schnuckendrift weiter folgend, passieren wir bald auf der rechten Seite eine kleine Heidefläche, die einen Eindruck davon vermittelt, wie es hier noch vor gut 100 Jahren weit und breit ausgesehen hat. Die Heide erstreckte sich über große Teile der Landschaft, durchsetzt von wenigen Birken und Wacholdern. Heute benötigt diese Kulturlandschaft stetige Pflege, damit sie nicht wieder zu Wald wird, sondern weiterhin das einst prägende Bild der Lüneburger Heide vermitteln kann.
Ein Stück des Weges begleitet uns noch die Bahnstrecke Celle–Soltau, bevor sie mittels Bahndamm über die Bundesbahnstrecke Celle–Eschede geführt wird. Wir folgen dem Rundweg nach rechts.

 

Handlehmstiche

Handlehmstiche am Wegesrand

Handlehmstiche am Wegesrand

Beiderseits des Weges sind kleinere und größere Mulden zu erkennen. Es handelt sich um Spuren des Lehmabbaues, vor allem für den Eigenbedarf. In der Umgebung gab es allerdings auch einige gewerbliche Ziegeleien, die Ziegel und Steine herstellten. Viele der umliegenden Teiche sind durch den Lehm- und Sandabbau entstanden.

Wir folgen dem Weg weiter bis zur K78 und fahren dann auf dem Radweg nach rechts Richtung Groß Hehlen, überqueren den Vorwerker Bach und biegen nach links in die Straße Heinhof ein. Wir passieren eine Biogasanlage, die auch die Gewächshäuser des Orchideenzentrums mit Energie versorgt.

Orchideen Zentrum Wichmann

Orchideen-Zentrum Celle

Orchideen-Zentrum Celle

Orchideen-Zentrum Wichmann, Celle

Orchideen-Zentrum Wichmann, Celle

Zwischen Celles Ortsteilen Hehlentor und Groß Hehlen befindet sich eine renommierte Gärtnerei mit Weltruhm. Im Jahre 1897 gründete Heinrich Wichmann, damals noch in der Stadt in Bahnhofsnähe ansässig, das Unternehmen als „Kunst- und Handelsgärtnerei“. In den 1970iger Jahren wurde zunächst die Produktion und dann auch der Verkauf an die heutige Stelle verlagert und man spezialisierte sich auf Zucht und Verkauf von Orchideen. Mittlerweile in der vierten Generation betrieben, finden die Produkte weltweiten Absatz. Ein kurzer Abstecher vom Rundweg mit einem Besuch der rund 650 qm großen Verkaufsfläche lohnt sich in jedem Fall.

Orchideen Zentrum Wichmann, Ladenöffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–18 Uhr, Sa. 9–16 Uhr und So. 10–12 Uhr, Tel. 0 51 41 / 9 37 20

Es sei am Rande erwähnt, dass im nahen Tannholz das alte Burgvogteigebäude, das einst an der Stelle des Bomann-Museums in Celle stand, wieder aufgebaut wurde.

Der Celler Stadtchronist Clemens Cassel schrieb dazu im Jahre 1930: „Die Amtsstube, in welcher der Burgvogt Gericht hielt, wurde 1852 niedergelegt und in Tannholz wieder aufgebaut, wo das Gebäude noch jetzt vorhanden.“ Da das Haus schwer zugänglich auf Privatgelände liegt, ist es nicht zu besichtigen. Wir folgen darum dem Rundweg weiter, bis wir zur Unterführung der B3 kommen.

Weghaus an der alten B3

Ehemaliges Weghaus an der alten B3

Ehemaliges Weghaus an der alten B3

Nach dem Unterqueren der „neuen“ sehen wir den Rest der Pflasterung der alten B3. Das Gebäude diente früher als Weghaus, d.h. hier wurde Wegegeld erhoben, das zur Instandsetzung der im 19. Jahrhundert ausgebauten Fernstraße diente.

Wir folgen dem Straßenpflaster kurz nach links, biegen dann rechts und sofort wieder rechts ab. Es bietet sich ein schöner Blick über die Felder bis Klein Hehlen. In der Niederung soll einst ein Heiligtum der Hel gestanden haben, bis Karl der Große es zerstörte. Dem Weg folgen wir nun bis zum Betonwerk am Rande des Dorfes, um hier links in die Riete abzubiegen. Für die finale Rast bietet sich der Bohemia Hof unmittelbar am Kirchhof an.
Bohemia Hof – K & K Spezialitäten, Di.–Sa. 17–24 Uhr, So. 11–24 Uhr, Montag Ruhetag, Tel.: 0 51 41 / 5 11 70

 

Text & Fotos: Florian Friedrich

 

Cover der Radwanderbroschüren

Cover der Radwanderbroschüren

Dieser Rundweg ist auch in gedruckter Version erhältlich. Mit sechs weiteren Rundwegen wurde er unter dem Titel: “Radwandern auf kulturhistorischer Spurensuche in der Leaderregion Lachte-Lutter-Lüß” zu einer Broschürensammlung zusammengefasst. Gegen eine Schutzgebühr von 1,50 € ist die Sammlung noch in den Rathäusern in Lachendorf und Eschede erhältlich. Zum kostenlosen Download auf das nebenstehende Cover der Broschürensammlung klicken.

 

Themen:
Radfahren

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