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Radwandern zwischen Wiehe und Schwarzwasser

Autor:
Florian Friedrich
Orientierungskarte zum Radwandern zwischen Wiehe und Scharzwasser; Länge: 24 km, ohne Herzogsbrunnen 19 km; Kartengrundlage: openstreetmap.org

Orientierungskarte zum Radwandern zwischen Wiehe und Scharzwasser; Länge: 24 km, ohne Herzogsbrunnen 19 km; Kartengrundlage: openstreetmap.org

 

Der Rundweg zwischen Wiehe und Schwarzwasser berührt die drei Ortschaften Hohne, Ummern und Spechtshorn. Verbindendes Element dieser drei Dörfer ist, neben ihrer Lage an den Tälern der genannten Bäche, vor allem die Himmelfahrtskirche in Hohne, zu deren Kirchengemeinde die Orte zählen. Dabei wird deutlich, dass die trennende Landkreisgrenze eine recht junge Einrichtung darstellt und die Grenzen des Kirchspiels noch heute darüber hinausgehen. Die Ortschaften Ummern, Pollhöfen und Hahnenmoor sind am 1. März 1974 im Rahmen einer Gebietsreform in den Landkreis Gifhorn umgemeindet worden, gehören kirchlich aber bis heute zu Hohne.

Der Rundweg führt auch durch die Ausläufer des Hahnenmoores und ist streckenweise wenig ausgebaut, was das Fahren stellenweise etwas mühsam macht. Dafür entschädigen allerdings ungestörte Natureindrücke.

 

Himmelfahrtskirche Hohne

Himmelfahrtskirche Hohne mit Storchennest

Himmelfahrtskirche Hohne mit Storchennest

Der Rundweg beginnt an der Kirche in Hohne, dem Mittelpunkt des Kirchspiels. Bereits 1340 stand hier eine Kapelle, die von der Marienkirche in Eldingen, zu deren Kirchspiel Hohne anfangs gehörte, mit betreut wurde. Später wurde Hohne dann Müden/Aller zugeordnet und über den Pastorenstieg seelsorgerisch betreut. Auch die Toten aus Hohne, Ummern und Spechtshorn fanden ihre letzte Ruhe seinerzeit auf dem Kirchenacker in Müden. Am 29. August 1636 brannte es in Hohne. Als Verursacher galten kaiserliche Soldaten, die während des Dreißigjährigen Krieges hier einquartiert waren. Neben zahlreichen Häusern und Scheunen brannte auch die Kirche samt Turm und Pfarrhaus ab.

Alte Hohner Kirche von 1636 bis 1911

Alte Hohner Kirche von 1636 bis 1911

In den beiden folgenden Jahren wurde die Hohner Kirche von Grund auf neu erbaut. Als Patron schenkte der Celler Herzog Friedrich III. von Braunschweig-Lüneburg 6000 Ziegelsteine, 400 Mauersteine und den nötigen Kalk. Doch wegen der Kriegswirren konnte der Bau nur mangelhaft ausgeführt werden und machte in den Folgejahren immer wieder Reparaturen nötig. Der hölzerne Glockenturm kam 1694 hinzu und die erste Orgel wurde 1821 aufgebaut. Einen gesonderten Friedhof legte man in Hohne 1837 an der Stelle des heutigen an.

Grundsteinlegung für die heutige Hohner Kirche war am 1. Oktober 1911. Teile der Inneneinrichtung der alten, wie das Taufbecken, die Kanzel und die Emporenmalereien, fanden wieder Verwendung. Am 1. Mai 1913 konnte die neue Hohner Himmelfahrtskirche eingeweiht werden. Kaiserin Auguste Viktoria stiftete der Kirchengemeinde zu diesem Anlass eine prachtvolle Bibel mit persönlicher Widmung.

Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Kirchspiel Hohne

Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Kirchspiel Hohne

Der Mobilmachungsbefehl des Kaisers wurde 1914 auf dem Kirchhof verlesen und folgerichtig wurde 1922 auch das Denkmal für die Gefallenen des Kirchspiels Hohne hier aufgestellt.

Wir fahren an der Dorfstraße entlang nach Westen und biegen in den Knickbusch ab. Auf der Ecke wurde am Volkstrauertag 1954 in einem Ehrenhain das Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges aufgestellt. Der große Stein musste seinerzeit mit einem Spezialgerät der DEA antransportiert werden.

Der Rundweg führt den Knickbusch weiter entlang. Am Ende biegen wir zunächst rechts ab.

Die Fläche rechter Hand wird Im Breiten Fährbusch genannt, was sich auf die hier einst entlangfahrenden Wagen bezieht. Geschichtlicher Hintergrund ist die nahe Furt durch die Wiehe, zu der wir gleich weiterradeln.

Immenstelle im breiten Fährbusch

Erdwall der Immenstelle im Breiten Fährbusch

Erdwall der Immenstelle im Breiten Fährbusch

Zunächst sehen wir aber auf der Freifläche eine kleine verbuschte Umwallung, die eine alte Bienenstelle darstellt. Auch um Hohne herum sind noch einige der alten Aufstellplätze für Bienenvölker erhalten und an ihrem Erdwall zu erkennen. Diese recht kleine Immenstelle dürfte auf Grund ihrer Form und Größe nicht zu den ältesten Anlagen dieser Art gehören, sie ist aber eine der wenigen, die nicht im Wald liegen, und darum recht gut zu erkennen.

Laut alten Viehschatzregistern war die Imkerei in Hohne zwar nicht annähernd so umfangreich wie in den Orten der höheren Heide, eine gewisse Bedeutung hatte sie aber dennoch. Honig war als Süßungsmittel sehr begehrt und Wachs ließ sich immer gut verkaufen.

Ahnsbecker Schleuse

Altes Stauwehr bei Hohne, die "Ahnsbecker Schleuse"

Altes Stauwehr bei Hohne, die “Ahnsbecker Schleuse”

Weiter über den sandigen Weg geht es bis zur sogenannten Ahnsbecker Schleuse. In alter Zeit führte hier der Weg von Helmerkamp kommend als Furt durch die Wiehe. Im Breiten Fährbusch sind unter den Brombeersträuchern, von der ehemaligen Furt fächerförmig abgehend, noch die Hohlwege zu erahnen. Entstanden durch schwer beladene Fuhrwerke, die sich ihren Weg durch den Sand bahnten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der heutige Wegeverlauf festgelegt.

Die Schafe der Umgebung wurden hier an der Furt gewaschen, so dass der Ort von einigen Hohnern immer noch Schafwäsche genannt wird. Diese Verhältnisse änderten sich erst mit dem Bau des Stauwehres im Jahre 1882.

Staugraben des alten Bewässerungssystems

Staugraben des alten Bewässerungssystems

Bereits 1859 wurde die Wiehe ein gutes Stück flussabwärts angestaut und das Wasser durch einen Graben südlich an Helmerkamp und Ahnsbeck vorbei zu den trockenen Lachendorfer Wiesen geleitet. Der zugehörige Graben ist teilweise noch zu erkennen. Doch das Projekt scheiterte am mangelnden Gefälle und an der geringen Wassermenge. Aus diesem Grund wurde mit einem neuen Stauwehr und einem verbesserten Grabensystem durch Helmerkamp hindurch und südlich von Ahnsbeck zu den Allerdreckwiesen ein neuer Versuch unternommen. Oberhalb des neuen Stauwehres wurde die Wiehe zu diesem Zweck begradigt und beiderseits aufgewallt. Hauptziel war die bessere Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier in Ahnsbeck. Aber auch dieser Versuch brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Wassermenge reichte einfach nicht aus. Besonders in dürren Jahren, wenn das umgeleitete Wasser am dringendsten benötigt wurde, versiegte auch die Wiehe.

Der Stau wurde gelegt, das Wehr aber erhalten, so dass hier nun eine gute Möglichkeit für Wanderer und Radfahrer besteht, um den Bach zu überqueren. Wer mag, kann dies tun und den Verlauf des alten Wiehe Umleitungsgrabens noch ein kleines Stück verfolgen. Die Zwischenbauwerke sind teilweise noch erhalten.

Der Rundweg führt indes nun auf dem Weg zurück, bis wir am Schweinemaststall zunächst links und dann nach der „Güllelagune“ rechts auf den Feldweg abbiegen. Nach gut einem Kilometer erreichen wir den Jagdsteg.

Hohner Jagdsteg zum "Roten Platz"

Hohner Jagdsteg zum “Roten Platz”

Jagdsteg zum roten Platz

Der Übergang über das Schwarzwasser ist an dieser Stelle bereits sehr alt. Schon der erwähnte Pastorenstieg aus Müden führte im 15. Jahrhundert hier entlang und umging so das Hahnenmoor. Auch die 1780 angefertigte Karte der Kurhannoverschen Landesaufnahme weist an dieser Stelle den damals einzigen Übergang über das Schwarzwasser aus und zeigt damit die wichtige Verbindung nach Süden. Das Hahnenmoor war lange Zeit ein trennendes Element, da es beinahe ganzjährig schwer zu passieren war.

Großer Beliebtheit erfreut sich die Brücke auch heute noch bei Wanderern und Radfahrern. Der im Hohner Volksmund verbreitete Name „Roter Platz“ rührt daher, dass Mitglieder des SPD-Ortsvereins den Platz vor über 50 Jahren herrichteten. Der Steg wurde zuletzt 2006 erneuert und erfüllt mit seinem hohen Geländer nun auch behördliche Auflagen.

Hinter dem Jagdsteg folgen wir dem Weg nach links, überqueren den asphaltierten Weg und folgen dem Sandweg weiter parallel zum Schwarzwasser.

Chors Immenstellenbusch

Umwallung der Bienenstelle in Chors Immenbusch

Rest der alten Umwallung der Bienenstelle in Chors Immenbusch

Rechts im Wald befindet sich ein weiteres Beispiel für umwallte Bienenstellen in der Hohner Gemarkung. Die Umwallung in Chors Immenbusch ist nicht mehr komplett erhalten. Die dicken Eichen auf dem Wall zeigen aber eindrucksvoll sein hohes Alter. Für uns ist dieses Landschaftsrelikt schwer zu erreichen, so dass wir auf dem Barackenweg weiterfahren.

Barackenweg und Lager

Barackenweg am ehemaligen Kriegsgefangenenlager

Barackenweg am ehemaligen Kriegsgefangenenlager

Lange schon gab es Pläne, das Hahnenmoor zu entwässern und die moorigen Flächen zu Kulturland umzuarbeiten. Ein Gutachten von 1902 beschied dem Hahnenmoor hervorragende Bodenwerte. Nachdem die Einwände der Nachbargemeinden, aus Angst vor den abgeleiteten Wassermassen des Hahnenmoores, geregelt waren, wurde schließlich am 3. April 1915 die Hahnenmoorgenossenschaft gegründet, um mit den Kultivierungsmaßnahmen zu beginnen. An der heutigen L283, die damals noch ein nur im Sommer zu passierender Sandweg war, wurde ein Barackenlager gebaut, um die nötigen Arbeitskräfte unterzubringen. Zunächst hatte es nur eine Kapazität von 120 Personen, wurde aber bald erweitert und bot bis zu 1000 Arbeitern Platz. Da die meisten Männer zum Kriegsdienst eingezogen waren, kamen im Hahnenmoor vor allem Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten zum Einsatz. In Erinnerung an den Einsatz der russischen Gefangenen wird der Graben im Süden immer noch Russengraben genannt. Während des Gefangeneneinsatzes kam es zu drei nachgewiesenen Todesfällen durch Infektionen. Der Großteil der Kriegsgefangenen wurde bereits 1917 wieder abgezogen und die weiteren Kultivierungsmaßnahmen durch Notstandsarbeiten fortgeführt. Erst 1920 war das Schwarzwasser begradigt und Teile des geplanten Grabensystems fertiggestellt. Ende der 1920er Jahre wurde das Barackenlager schließlich abgebrochen und die Kultivierungsarbeiten zum neu gegründeten Provinzialgut Hahnenmoor verlagert.

Vom Barackenlager blieben kaum Spuren. Lediglich die aufgeworfenen Erhöhungen rechts und links des Wegs, um trockenen Baugrund für die Baracken und Lagerhallen zu schaffen, sind noch zu erahnen. Der Name des Weges hält die Erinnerung wach.

An der L283 angekommen, fahren wir auf der Straße nach links, überqueren nach knapp 400 m wieder das Schwarzwasser und biegen kurz danach rechts ab.

Denkmal im Kleinen Moor

Denkmal für Blitzopfer im Kleinen Moor

Denkmal für Blitzopfer im Kleinen Moor

Gut einen Kilometer ab der Straße entdecken wir auf der rechten Seite einen Holzsteg. Hier lohnt es sich, abzusteigen und einige Meter in den Wald zu gehen. Als Erinnerung an einen tragischen Unfall stellte die Kirchengemeinde Hohne hier 1886 einen Gedenkstein auf.

Seit Jahrhunderten holten die Hohner den nötigen Torf zur Ofenfeuerung aus dem Kleinen Moor, dem nördlichen Ausläufer des großen Hahnenmoors. Jeder Hof war nach seiner Größe zum Torfstich berechtigt und so fielen die Torfkuhlen unterschiedlich aus. Alle im Dorf waren am Torfstechen beteiligt, denn es handelte sich um eine arbeitsintensive und anstrengende Arbeit. Bei schlechtem Wetter suchte man vor Ort Schutz in selbst gebauten Unterständen. Einige Äste wurden zu diesem Zweck an einen Baum gestellt und mit Heideplaggen abgedeckt, wie auf der Zeichnung von Lisa Möncke-Knoop zu sehen. Ein solcher Unterstand wurde einigen Hohnern im Kleinen Moor zum Verhängnis.

Schutzhütte im Kleinen Moor; Zeichnung von Lisa Möncke-Knoop

Schutzhütte im Kleinen Moor; Zeichnung von Lisa Möncke-Knoop

Am Nachmittag des 15. Juni 1885 schlug während eines heftigen Gewitters ein Blitz in eine solche Schutzhütte ein. Der Stellmacher Friedrich Thiele konnte verletzt, aber lebend aus der sofort lichterloh brennenden Hütte gezogen werden. Vier Hohner hatten weniger Glück und konnten nur noch tot aus den Flammen geborgen werden. Der Kirchenvorsteher Heinrich Rollwage, der Häusling Heinrich Drangmeister und der Arbeiter Ernst Friedrichs fanden den Tod. Besonders tragisch war, dass das vierte Opfer, die Schülerin Alwine Busse, noch nicht einmal 14 Jahre alt war. Unter großer Anteilnahme und Betroffenheit wurden die Toten nach Hohne gebracht und dort bestattet. Aus den in Hohne und den Nachbarorten gesammelten Spenden wurde 1886 zur bleibenden Erinnerung an den schrecklichen Unfall am Ort des Geschehens ein Denkmal aus Sandstein aufgestellt. Leider verwitterte es sehr schnell und wurde 1907 durch das heutige aus schwarzem Granit ersetzt.

Wieder auf dem Rundweg, sehen wir rechts des Weges noch deutliche, mit Wasser vollgelaufene Reste der alten Torfkuhlen.

Am Ende des Weges fahren wir nach links und bewegen uns nun ein Stück auf der neuen Landkreisgrenze von 1974, bevor wir nach rechts abbiegen. Gut 400 m weiter stoßen wir auf einen Wegestern und folgen unserem Weg weiter (vgl. Karte).

Fricke´sche Teiche

Alte Torfkuhle "Fricke´sche Teiche" bei Ummern

Alte Torfkuhle “Fricke´sche Teiche” bei Ummern

Auch die Ummeraner haben in der Vergangenheit selbstverständlich Torf gestochen. Ihr Torfmoor erstreckte sich von unserem Rundweg aus nach links bis südlich des Ortes. Eine besonders große Torfkuhle, Fricke´sche Teiche genannt, passieren wir etwa 500 m nach dem Wegestern. Hier wurde auch für die ehemalige Würstchenfabrik in Ummern Torf zur Feuerung abgebaut.

Wir können den Rundweg abkürzen, indem wir hinter den Teichen links abbiegen und dem Weg nach Ummern folgen. Wir sparen gut fünf Kilometer, verzichten allerdings auch auf den Herzogsbrunnen.

Weiter durch den Wald erreichen wir bald die Wiesen am Schwarzwasser. Das letzte Stück vor der Straße führt über einen grasbewachsenen Wiesenweg, der wenig befahren wird und daher einen je nach Witterung schwierigen Abschnitt darstellt.

Auf dem asphaltierten Weg angekommen, fahren wir zunächst nach rechts und biegen an der nächsten Abzweigung in Richtung des hier ausgeschilderten Herzogsbrunnen ab.

Nach knapp 750 m müssen wir den geschotterten Weg verlassen und dem Hinweisschild in den Wald folgen, um an den historischen Ort zu gelangen.

Herzogsbrunnen

Herzogsbrunnen

Herzogsbrunnen

Nahe dem Herzogsbrunnen stand zur Zeit des Celler „Heideherzogs“ Georg Wilhelm (regierte 1665 bis 1705) ein Jagdhaus in Fachwerkbauweise, das der jagdbesessene Regent bei seinen Jagden im nahen Forst Ringelah aufsuchte. Oft begleitete ihn seine ebenso jagdbegeisterte Gemahlin Eléonore d’Olbreuse. Doch die Herzogin war schwanger und wurde hier unerwartet und zu früh von einer Tochter entbunden. Der Herzog schickte Boten, die in Hohne, Ummern, Pollhöfen und Spechtshorn um Hilfe baten. Aus Ummern, Pollhöfen und Spechtshorn wurde das Notwendige geschickt. Frauen aus Ummern kamen und halfen am Wochenbett der Herzogin. Aus Dankbarkeit erließ Herzog Georg Wilhelm den drei Ortschaften den Zehnten, was eine beträchtliche Erleichterung bedeutete. Die Hohner mussten die drückende Abgabe jedoch weiterzahlen, sie hatten keine Hilfe geschickt.

Dass es sich bei der im Wald geborenen Prinzessin um Sophie-Dorothea, die spätere „Prinzessin von Ahlden“ gehandelt haben soll, ist nicht belegt. Wahrscheinlicher ist, dass es hier am Herzogsbrunnen zu einer der drei nachgewiesenen Fehlgeburten Eléonores kam.

Bei den Menschen der Umgebung hinterließ das Ereignis großen Eindruck. Die nahe Quelle, aus der die Helferinnen das Wasser holten, wurde in Erinnerung fortan „Herzogenborn“ genannt. Über hundert Jahre später wurde der Ort bei der Gemeinheitsteilung und Verkopplung nicht mit verteilt, sondern der Allgemeinheit reserviert. Die Reste des Jagdhauses sollen um 1900 noch deutlich zu sehen gewesen sein.

Der Hohner Pastor Meisieck veranlasste 1913, zur Jahrhundertfeier der Befreiung von der französischen Besetzung im Jahre 1813, dass die Quelle mit Feldsteinen eingefasst und eine Bronzeplatte mit der Inschrift Herzogsbrunnen angebracht wurde. Die Quelle war von jeher ein beliebtes Ausflugsziel. Der Platz wurde in jüngster Vergangenheit wieder schön hergerichtet. Bänke und eine informative Schautafel wurden aufgestellt.

Wieder zurück auf dem Rundweg, fahren wir in Richtung Ummern und durchqueren zunächst das Neubaugebiet. An der Hauptstraße angekommen, führt der Rundweg nach links, durch den alten Teil des Ortes. Hinter der Friedhofskapelle biegen wir dann rechts ab.

Kapelle Ummern

Friedhofskapelle von Ummern

Friedhofskapelle von Ummern

Im Jahre 1929 bekam Ummern seine eigene Begräbnisstätte. Etwas abseits des neuen Friedhofes, am 1954 erweiterten Kriegerdenkmal, wurde 1963/64 eine Kapelle gebaut, damit die Ummeraner ihre Trauerfeiern ortsnah begehen konnten, wenngleich sie weiterhin Teil der Kirchengemeinde Hohne blieben. Den Baugrund für die Kapelle stiftete seinerzeit die Forstinteressentengemeinschaft.

 

Feldweg von Ummern zum Hohner Feikenhof

Feldweg von Ummern zum Hohner Feikenhof

Am Rande des weiterführenden Feldweges können wir zur richtigen Jahreszeit auch noch ein wenig Heidekraut blühen sehen, bevor wir am Ende des Weges nach links in Richtung Spechtshorn weiterfahren.

Feikenhof

Nach etwa 2,5 km passieren wir den Feikenhof, der eine interessante Geschichte hat. Der Name soll von einer herzoglichen Gouvernante namens Fieke stammen, die im 15. Jahrhundert den Hof vom Herzog als Altersruhesitz bekam. Herzog Ernst der Bekenner tauschte den Feikenhof dann 1529 endgültig gegen die Ziegelei des Herrn Nesemann in Wohlenrode ein, da er dringend Steine für den Umbau des Schlosses in Celle benötigte. Nesemann brauchte für den Feikenhof anfangs keine der damals üblichen Abgaben zu leisten, da er als ehemalig herzogliches Eigentum frei von Steuerlasten war.

Hinter dem Feikenhof biegen wir an der Hauptstraße rechts Richtung Spechtshorn ab.

Energiemuseum Spechtshorn

Kleines aber feines Energiemuseum Spechtshorn

Kleines aber feines Energiemuseum Spechtshorn

Im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus und im Kalthaus wurde mit sehr viel persönlichem Engagement 2005 eine kleine, aber feine Ausstellung zur fast 50-jährigen Geschichte der Hohner Erdölförderung geschaffen. Eindrucksvoll ist auch die Pferdekopf-Förderpumpe im Außenbereich. Der Gedenkstein an der Gewinnung Hohne 1 ist Teil des Rundweges Nr. 4 Am Rande des Schmarloh.

Energiemuseum Spechtshorn, Öffnungszeiten nach Absprache: Erich Fischer, Tel. 0 50 83 / 791

Vom Energiemuseum aus fahren wir weiter, biegen links und nach knapp 200 m gleich wieder links ab. Auf der Straße Am Schwimmbad geht es nun wieder nach Hohne.

Alte Postkarte vom Waldbad Hohne/Spechtshorn

Alte Postkarte vom Waldbad Hohne/Spechtshorn

Wir sehen das 1954 von der DEA eröffnete Waldschwimmbad Hohne/Spechtshorn. Es war seinerzeit eines der ersten Freibäder der Region und wird heute von einem engagierten Förderverein geleitet und liebevoll weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es eine Riesenrutsche und das Wasser wird durch eine Biogasanlage beheizt.

Waldbad Hohne/Spechtshorn, Badesaison von Mai bis September; Information zu den Öffnungszeiten; Tel. 0 50 83 / 3 11

 

Der Straße Am Schwimmbad folgen wir über die Wiehe bis zur Dorfstraße. Hier fahren wir nach rechts auf dem Fahrradweg durchs Dorf.

Rittergut Hohne

Herrenhaus des Hohner Ritterguts

Herrenhaus des Hohner Ritterguts

Nahe der Kirche und doch am Rande des alten Dorfkerns steht das Rittergut von Hohne. Aus einem der ersten Höfe des Ortes hervorgegangen, ist es auf den Fundamenten eines Schlosses gebaut, das 1372 während des Lüneburger Erbfolgekrieges niedergebrannt worden war. Auf dem Gutshof in Hohne wird alljährlich der beliebte Weihnachtsmarkt veranstaltet.

 

 

Fotos und Text: Florian Friedrich

 

Cover der Radwanderbroschüren

Cover der Radwanderbroschüren

Dieser Rundweg ist auch in gedruckter Version erhältlich. Mit sechs weiteren Rundwegen wurde er 2012 unter dem Titel: “Radwandern auf kulturhistorischer Spurensuche in der Leaderregion Lachte-Lutter-Lüß” zu einer Broschürensammlung zusammengefasst. Gegen eine Schutzgebühr von 1,50 € ist die Sammlung noch in den Rathäusern in Lachendorf und Eschede erhältlich. Zum kostenlosen Download auf das nebenstehende Cover der Broschürensammlung klicken.

 

Themen:
Radfahren

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