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Radwandern im Lachtetal

Autor:
Florian Friedrich
Orientierungskarte zum Radwandern im Lachtetal; Länge: 25 km; Teilabschnitte von 10 und 15 km möglich; Kartengrundlage: openstreetmap.org

Orientierungskarte zum Radwandern im Lachtetal; Länge: 25 km; Teilabschnitte von 10 und 15 km möglich; Kartengrundlage: openstreetmap.org

Die Route führt uns durch das Lachtetal, vorbei an ehemaligen Wassermühlen und Wiesen, aber auch vorbei an Äckern und durch Wälder. Wasser spielte hier für die Menschen schon immer eine große Rolle, sei es, weil stets zu viel oder zu wenig davon vorhanden war. Die Menschen machten sich in der Vergangenheit die Kraft des Wassers zunutze und düngten sogar ihre Wiesen damit. Auf meist historischen Wegen radeln wir entlang der letzten Zeugnisse dieser Zeit.

 

Forstgrenze Sprache

Alter Grenzstein mit der Wolfsangel

Alter Grenzstein mit der Wolfsangel; Foto: Florian Friedrich

Ausgangspunkt der Tour ist der Parkplatz am westlichen Rand des Forstes „Sprache“. Am Waldrand finden sich noch Grenzsteine der historischen Waldgrenze. Sie stammen aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts und stellen noch heute amtliche Grenzzeichen dar. Auch die Grenzzeichen älterer Zeit sind hier teilweise erhalten geblieben. So finden sich noch Gräben und Wälle, die bereits im 18. Jahrhundert den Übergang vom Privatbesitz zum Staatsforst bzw. in älterer Zeit den Übergang von der Allmende zum herzoglichen (später gar königlichen) Wald markierten.
Wir folgen vom Parkplatz aus nicht dem neuen Radweg entlang der Straße, sondern fahren auf dem für motorisierten Verkehr gesperrten, historischen Hohen Weg durch den Wald.

Hoher Weg

Schlagbaum am Hohen Weg durch die Sprache

Schlagbaum am Hohen Weg durch die Sprache

Die Namensgebung des Weges könnte auf seine hohe und damit trockene Lage zurückzuführen sein. Mündlich überliefert ist, dass der Weg auch bereits in alter Zeit mit Schlagbäumen verschlossen war und neben dem Herzog lediglich der Pastor aus Beedenbostel, der Freiherr von Hohnhorst und die Papiermacher aus Lachendorf berechtigt waren, hier zu fahren. Alle übrigen mussten den Umweg über Garßen oder durch die Allerheide nehmen.

Schlüsselanhänger des Schüssels zur Sprache; Foto: Günter Krößmann (+)

Schlüsselanhänger des Schüssels zur Sprache; Foto: Günter Krößmann (+)

Dies wird durch einen bis heute auf Gut Hohnhorst befindlichen Schlüsselanhänger belegt. Demnach könnte der Name des Weges auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass hier nur die hohe Herrschaft zu fahren berechtigt war. Wir lassen den Lärm der erst um 1860 gebauten L282 hinter uns und folgen dem historischen Weg.

Alte Postkarte vom Königs-Platz; Bomann-Museum Celle

Alte Postkarte vom Königs-Platz; Bomann-Museum Celle

Unweit hinter dem Schlagbaum geht linker Hand ein Stichweg ab, der zum Königsplatz führt. Woher der Name stammt, ist leider nicht mehr eindeutig zu klären. Herzog Georg Wilhelm, sein Neffe und Schwiegersohn Kurfürst Georg Ludwig und der englische König Wilhelm III. sollen hier während einer (wenig erfolgreichen) Saujagd im Oktober 1698 über die englische Königskrone verhandelt haben. Im Jahre 1714 bestieg dann Georg Ludwig als Georg I. den britischen Thron. Dass dies namensgebend war, ist allerdings nur zu vermuten. Karten des 18. Jahrhunderts nennen die Stelle noch Mühlau. 1887 legte der Verschönerungsverein hier (am Waldrand) den sogenannten Promenadenweg an, der am Königsplatz endete. Lediglich eine alte Postkarte zeigt den liebevoll gepflegten und mit einem schmucken Pavillon versehenen Platz. Der alte Glanz ist längst verschwunden, ein kurzer Abstecher lohnt sich aber dennoch.

Eierberg

Weg durch die Sparache entlang der L282 von Celle nach Lachendorf

Weg durch die Sparache entlang der L282 von Celle nach Lachendorf

Der Sage nach spielte sich in der „Sprache“ folgende Begebenheit ab, die den Dünen am Rande des Hohen Weges den etwas eigentümlichen Namen „Eierberg“ einbrachte. „Wenn man vom Königsplatz auf dem Hohen Weg ostwärts durch die Sprache geht, erblickt man bald an der rechten Seite eine Anhöhe, die Eierberg heißt. Diesen Namen verdankt sie nach der Sage dem folgenden Vorgange. Dem Herzog Georg Wilhelm und seinem Gefolge begegnete einst in der Nähe der Anhöhe eine alte Frau, die eine Kiepe auf dem Rücken trug. Auf die Frage nach dem Inhalt der Kiepe stieß sie kurz und barsch heraus: ‚Eier!’ Auf die weitere Frage, wer die haben solle, kam die unerwartete Antwort: ‚Och, die schall ick den ollen Hertog in den Liew jagen.’ Ihr Unmut erklärte sich daraus, dass sie den ‚Zehnten‘ an Eiern am Herzogshofe abliefern musste, und das tat sie nicht gern. Die Antwort hatte aber allseitig Unwillen erregt, daher erhielt sie eine Strafe, die der gütige Herzog nicht hindern konnte. Die Frau musste sich an den Hügel legen, und dann eröffnete man auf sie ein Zielwerfen mit Eiern. Triefend von gelben Eidottern und beklebt mit weißer Eierschale trat sie den Heimweg an. Doch wurde sie vom guten Herzog später reichlich entschädigt.“

Blaue Brücke

Blaue Brücke über die Lachte, Straße L 282, zwischen Celle und Lachendorf

Blaue Brücke über die Lachte, Straße L 282, zwischen Celle und Lachendorf

Die Blaue Brücke über die Lachte hieß vor 100 Jahren noch Grüne Brücke, wodurch sich die Frage nach der Namensgebung schnell erübrigt. Die Farbgebung des Brückengeländers bestimmte ganz offensichtlich den Namen. Vor dem Bau der Straße überspannte hier der Mühlensteg die Lachte. Ob der Name durch die damalige Papiermühle in Lachendorf beeinflusst wurde oder eine andere Mühle der Umgebung Namenspate war, muss hier leider unklar bleiben.

Buchen im Waldgebiet an der Blauen Brücke über die Lachte

Buchen auf dem Damm im Waldgebiet an der Blauen Brücke über die Lachte

Über die Brücke fahren wir nur, wenn wir die Tour abkürzen wollen. Sonst überqueren wir hier vorsichtig die stark befahrene Straße und folgen dem Waldweg weiter. Bänke auf dem alten Lachtedamm laden hier zum Verweilen ein. Der Damm war bereits im 18. Jahrhundert zum Schutz vor Lachtehochwasser angelegt und sollte die Holzqualität heben. Er wird uns das nächste Stück des Weges durch den Wald begleiten.

Försterplatz

Gedenktafel für die Förster des  Forstamtes  Celle-Wienhausen

Gedenktafel für die Förster des Forstamtes Celle-Wienhausen

Etwa 400 m südlich der Blauen Brücke steht ein Bauwagen für die Forstarbeiter. Dahinter wurde ein kleiner Gedenkplatz eingerichtet. Die in der Mitte gepflanzte Eiche erinnert an Oberförster Winkelmann, ein Stein an den Hegemeister Adolf Matthies und auf einer Holztafel werden die leitenden Forstbeamten des Forstamtes Celle/Wienhausen der letzten hundert Jahre geehrt. Der Försterplatz wird daher in Lachtehausen auch scherzhaft Heldengedenkplatz genannt.

Der Rundweg folgt dem Waldweg nach Osten. Für Radfahrer wird es ab hier vorübergehend etwas unwegsamer.

Lachendorfer Schlagbaum

Lachendorfer Schlagbaum

Lachendorfer Schlagbaum; Foto: Florian Friedrich

Am bereits 1780 verzeichneten Lachendorfer Schlagbaum endet der Forst Sprache. Die Waldgrenze stellt hier gleichzeitig die Grenze zwischen der Stadt Celle und der Samtgemeinde Lachendorf dar. Dass die Lachendorfer Papiermacher hier entlang nach Celle fuhren, um das begehrte Papier in die Stadt zu bringen, ist wahrscheinlich. Die Waldgrenze in Form eines Erdwalls knickt nach Süden ab. Wir folgen dem Weg weiter nach Osten.

Blaubeerplantage der Firma Deeke in Lachendorf

Blaubeerplantage der Firma Deeke in Lachendorf

Unser Weg führt uns an zwei größeren Heidelbeerplantagen vorbei. Familie Deecke baut hier auf dem sandigen Heideboden seit Jahrzehnten sehr erfolgreich Heidelbeeren an und vermarktet die beliebten Beeren direkt vom Hof. Nach Absprache ist auch Selberpflücken möglich.
Deecke – Heidelbeeren, Bahnhofstraße 16 • 29331 Lachendorf, Tel. 0 51 45 / 5 50 (Juli bis September)

Blaubeerülantage der Firma Deeke in Lachendorf

Sprießende Blaubeeren in Lachendorf

Wir folgen dem Weg weiter, vorbei am Klärwerk, das heutzutage dafür sorgt, dass die Wasserqualität der Lachte wieder gut ist. Die Abwässer der Papierfabrik werden durch eine eigene, hochmoderne Kläranlage gesäubert. Hinter dem Friedhof – bis 1923 wurden die Lachendorfer noch in Beedenbostel bestattet – befindet sich das Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege. Im Ersten Weltkrieg ließen viele Lachendorfer ihr Leben in Frankreich. Seit 1975 pflegt die Samtgemeinde Lachendorf nun schon eine enge Partnerschaft mit der französischen Stadt Bricquebec.

Unser Rundweg führt uns nach links durch den Rehrkamp bis

Hauslingshaus - Haus der Papiergeschichte, Lachendorf, Landkreis Celle

Hauslingshaus – Haus der Papiergeschichte, Lachendorf, Landkreis Celle

zum Lachendorfer Rathaus. Gegenüber dient der restaurierte Ole Drallen Hoff als Gemeindezentrum und für Veranstaltungen. Auch das Haus der Lachendorfer Papiergeschichte wurde hier – im alten Häuslingshaus des Hofes – eingerichtet und bietet viel Wissenswertes zur Geschichte der Papierherstellung, insbesondere über die Lachendorfer Fabrik.

Haus der Lachendorfer Papiergeschichte, Öffnungszeiten auf Anfrage: Hugo Bergmann • Tel. 0 51 45 / 62 69

Papierfabrik DREWSEN

Papiermühle um 1850

Papiermühle um 1850

Wir überqueren an der Kreuzung die Straße und fahren weiter (auf der linken Seite) nach Osten. Linker Hand fallen die neuen Maschinenhallen der Lachendorfer Papierfabrik ins Auge, des größten Arbeitgebers der Region. Die Geschichte dieses Unternehmens reicht bis in das Jahr 1538 zurück, als der damalige Celler Herzog Ernst der Bekenner hier eine Papiermühle an der Lachte bauen ließ, der damaligen Kornmühle gegenüber.

DREWSEN Spezialpapiere in Lachendorf

Papierfabrik DREWSEN Spezialpapiere in Lachendorf

Die Kornmühle musste Ende des 18. Jahrhunderts der ersten Papiermaschinenhalle weichen. Aus der Papiermühle erwuchs die heutige Papierfabrik DREWSEN, die ihre Spezialpapiere weltweit absetzt.

Drewsen, Papierfabrik, Lachendorf, Landkreis Celle

Drewsen, Papierfabrik, Lachendorf, Landkreis Celle

Bei der Installation vor der Halle handelt es sich um einen sogenannten Kollergang, der auf die Geschichte der Papierherstellung verweist – eine Zeit, in der Papier noch aus abgelegten Lumpen hergestellt wurde. In Lachendorf hat das Handwerk der Papierherstellung bald 475 Jahre Tradition.

 

 

Ochsengehege

Ehemaliges Ochsengehege in Lachendorf am Ortsausgang Richtung Ahnsbeck

Ehemaliges Ochsengehege in Lachendorf am Ortsausgang Richtung Ahnsbeck; Foto: Florian Friedrich

An der nächsten Kreuzung biegt der Rundweg durch das Lachtetal links ab. Gegenüber sehen wir einen mit Hecken begrenzten alten Viehpferch. Hier hinein wurden bereits im 18. Jahrhundert die Ochsen des Dorfes getrieben, wenn ausgemistet wurde oder mal ein Stall abbrannte. Der Erhalt eines solchen Viehgeheges inmitten einer Ortschaft ist etwas Besonderes.

Wir durchfahren den alten Kern des Dorfes, der nach dem Großfeuer vom August 1850 entstanden ist. Die Bauernhöfe waren nach der Feuersbrunst mit größerem Abstand wieder aufgebaut worden.

Am Dorfrand passiert der Rundweg das Lachtestadion – die größte Sportanlage der Samtgemeinde – mit verschiedenen Vereinsheimen von Lachendorfer Vereinen und einer Einkehrmöglichkeit.
Restaurant Classic, Klassische deutsche Küche, Di.–Sa.: 17–22 Uhr, Sonn- und Feiertag: 12–22 Uhr, Tel. 0 51 45 / 28 68 66

Am Kreisel fahren wir links in Richtung Beedenbostel. Am Ortsrand von Beedenbostel fallen die Flächen und Ställe des sehr aktiven Reit- und Fahrvereins ins Auge. Wir überqueren die Aschau, die in der Nähe in die Lachte fließt, und wenig später die Eisenbahnstrecke Celle–Wittingen, bevor wir bis zur Kirche in der Mitte des alten Ortes weiterradeln.

Martinskirche Beedenbostel

Martins-Kirche in Beedenbostel, Landkreis Celle

Martins-Kirche in Beedenbostel, Landkreis Celle

Einen eigentlichen Kirchturm hat die Beedenbosteler Kirche nie gehabt. Der freistehende hölzerne Glockenturm wurde 1565 als Lattengerüst erbaut und ein Jahr später mit Brettern verschalt. Den Anfang des 20. Jahrhunderts beabsichtigten Kirchturmbau verhinderte die in preußischer Zeit ausgesprochene Denkmalwürdigkeit des alten hölzernen Glockenturms.

Freistehender Glockenturm der Martinskirche in Beedenbostel; Foto: Florian Friedrich

Freistehender Glockenturm der Martinskirche in Beedenbostel; Foto: Florian Friedrich

Beedenbostel war jahrhundertelang das geistige Zentrum der weiteren Umgebung. Bereits zur Zeit der Christianisierung soll hier auf einer Düne an der Aschau eine Kapelle erbaut worden sein. Urkundlich erwähnt wurde die Kirche erstmals 1051 und im 12. Jahrhundert zum Archidiakonat erhoben, was dem Kirchenherrn das Recht gab, den Zehnten direkt einzuziehen. Von 1726 bis 1925 war der Ort Sitz der Superintendentur, die im heutigen Pfarrhaus untergebracht war.

Geschworene auf dem Landtagsplatz

"Die Beedenbosteler Dorfgeschworenen" von Bernd Moenikes; Foto: Florian Friedrich

“Die Beedenbosteler Dorfgeschworenen” von Bernd Moenikes; Foto: Florian Friedrich

Um an einen weiteren interessanten Ort in Beedenbostel zu gelangen, verlassen wir kurz den Rundweg und folgen etwa 200 m der Straße Richtung Höfer. Rechter Hand befindet sich eine eichenbestandene Grünanlage mit kulturhistorischem Hintergrund. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Beedenbostel das Verwaltungszentrum der weiteren Umgebung. Hier wurden schon in alter Zeit Zusammenkünfte (Gogerichte) abgehalten, bei denen Recht gesprochen wurde. Versammlungsort war der sogenannte Beedenbosteler Grund – der Dorfplatz unter den Eichen. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) fanden hier auch drei Landtage statt, da der Weg zum eigentlichen Landtagsplatz bei Hösseringen zu gefährlich schien. Als Erinnerung wurde im Zusammenhang mit der Reihe „Magische Orte“ und der 950-Jahr- Feier an Ort und Stelle die Installation „Die Beedenbosteler Dorfgeschworenen“ von Bernd Moenikes eingerichtet.

 

Wassermühle Beedenbostel

Der Rundweg führt uns weiter zur Beedenbosteler Mühle. Unmittelbar an der Aschau wurde hier das Korn der Bauern

Wassermühle, Beedenbostel, Landkreis Celle

Wassermühle, Beedenbostel, Landkreis Celle

der Umgebung gemahlen. Urkundliche Erwähnung fand die Wassermühle erstmals 1649. Im Jahre 1905 ging die alte Mühle in Flammen auf und wurde in der heutigen Form neu aufgebaut. Nach 1920 begann hier auch das Zeitalter der Elektrizität für Beedenbostel, denn mit der Kraft des Wassers wurde Strom erzeugt, der die Straßenbeleuchtung und Maschinen antrieb. Der eigentliche Mühlenbetrieb endete 1968. Heute dient das nachts illuminierte Mühlrad nur noch dekorativen Zwecken und erinnert an vergangene Zeiten. Im Mühlengebäude selbst wird in uriger Atmosphäre samstags und sonntags leckerer hausgemachter Kuchen angeboten.
Nostalgie-Café Kaffeemühle, Hausgebackener Kuchen, Sa. und So. geöffnet 14–19 Uhr, Tel. 0 51 45 / 61 91

Von der Aschaubrücke an müssen wir einige Meter auf der Straße fahren, um dann vor der Kurve rechts in den Oher Weg einzubiegen. Nach etwa 200 m biegen wir nach links in Richtung Gockenholz ab.

Kirchweg Gockenholz

Der Weg, auf dem wir fahren, diente früher vor allem dem Zweck, dass die Gockenholzer am Sonntag zur Kirche nach Beedenbostel kommen konnten. Der Straßenname erinnert bis heute daran. Wir folgen dem Kirchweg weiter, bis wir an der zweiten Weggabelung in Gockenholz nach Süden abbiegen und zur Garßener Straße weiterfahren.

"Birkenhof", Restaurant, Goggenholz, Landkreis Celle

“Birkenhof”, Restaurant, Goggenholz, Landkreis Celle

"Birkenhof", Restaurant, Inh. Adolf Marske, Gockenholz, Landkreis Celle

“Birkenhof”, Restaurant, Inh. Adolf Marske, Gockenholz, Landkreis Celle

Rechts sehen wir den Birkenhof, ein 1950 in einem kleinen Bauernhof eingerichtetes Landgasthaus mit guter Küche und gemütlichem Ambiente.
Birkenhof, Öffnungszeiten: Mi.–So. 11:30–14 Uhr, Di.–So. 17:30–22 Uhr, Montag Ruhetag • Tel. 0 51 45 / 5 29

Der Rundweg führt nach links bis zum Heideeck (Tankstelle und China-Restaurant Osmanthus), um hier nach rechts in Richtung Sprache abzubiegen. Wir überqueren wieder die OHE-Strecke Celle–Wittingen und wenden unseren Blick nach links.

Franzosengrab

"Franzosengrab" nahe dem Heideeck bei Lachendorf

“Franzosengrab” nahe dem Heideeck bei Lachendorf

Auf dem Acker fällt eine Bauminsel ins Auge, mit der es eine besondere Bewandtnis hat. Im sogenannten „Franzosengrab“ sollen Gefallene des Siebenjährigen Krieges begraben sein. Örtlichen Chroniken zufolge hat sich hier Weihnachten 1757 ein Gefecht zugetragen, das den Rückzug von Herzog Ferdinand von Braunschweig deckte.

Rechter Hand passieren wir die Plantage des Beeren-Hof Alps, wo von Mitte Juni bis September Beeren selbst gepflückt und auf dem nahen Hof gekauft werden können. Beeren-Hof Alps, Selbstpflückplantage und Verkauf, Juni bis September 14–18 Uhr, Mobiltel. 01 71 / 3 34 16 25

Wenig später überquert der Rundweg den Gockenholzer Kanal, der das unweit von hier angestaute Lachtewasser im 19. und 20. Jahrhundert zu den Gockenholzer Stauwiesen leitete. Das eigentliche Stauwehr wurde längst gelegt, der Graben ist darum an dieser Stelle meist trocken.

Bahrs Immengehäge

27IMG_7143Vor der Blauen Brücke kann der aufmerksame Beobachter den Rest einer alten Umwallung erkennen, die heute den Grenzverlauf zwischen Stadt und Landkreis Celle markiert. In alter Zeit stellte der Wall die Abgrenzung eines großen Immengeheges dar. Die Anlage wurde beim Bau der erwähnten Stauwiesen und der Straße größtenteils zerstört. Früher wurden hier die Bienen gehegt – damals noch in natürlichen Baumhöhlen.

Noch vor der Blauen Brücke biegen wir rechts ab, folgen dem Waldweg, überqueren wiederum den Gockenholzer Kanal, hier in seiner Funktion als Ableiter des Wassers, und werfen einen Blick über die Gockenholzer Wiesen nach Osten.

Der weitere Weg führt uns durch das Naturschutzgebiet Schweinebruch. Die einzigartige und artenreiche Struktur der ehemaligen Wiesenwirtschaft steht hier unter Naturschutz.

Hohe Warte

Wir passieren die Hohe Warte, ein mit Grenzsteinen markiertes Waldstück. Der Name könnte einen interessanten historischen Hintergrund haben, denn er steht für einen Aussichtspunkt in kriegerischen Zeiten. Von der links zu sehenden Düne aus könnte in alten Zeiten ein Kundschafter anziehendes Kriegsvolk beobachtet und nach Celle gemeldet haben. Andere Belege als den Namen gibt es allerdings nicht hierfür.

Altenhäger Kanal

Der Altenhäger Kanal wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Foto: Florian Friedrich

Der Altenhäger Kanal wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Foto: Florian Friedrich

Hinter der Hohen Warte geht nach rechts ein breiter Graben ab, dessen Verbindung zur Lachte vor einigen Jahren getrennt wurde. Es handelt sich um den Altenhäger Kanal, der – im 19. Jahrhundert angelegt – der Bewässerung und Düngung von Wiesen diente. Das zugehörige Stauwehr wurde jüngst abgerissen und der Lachteverlauf an dieser Stelle „renaturiert“, was gegenüber unserem jetzigen Standpunkt besichtigt werden kann.

Wir folgen dem stellenweise etwas sandigen Weg weiter, bis wir nach Norden abbiegen und den Blick über die ehemaligen Bewässerungswiesen schweifen lassen können. Die Nutzung der damals kleingliedrigen Bewässerungswiesen hat sich tiefgreifend verändert. Wo lange Zeit das dringend benötigte Heu für die Winterfütterung gemacht wurde, finden sich nun vor allem Äcker – dem Kunstdünger sei Dank.

Lachtetalbahn

OHE kreuzt Fahrradweg bei Lachendorf

OHE kreuzt Fahrradweg bei Lachendorf

Unser Weg knickt nach links ab und wird vom Altenhäger Kanal auf der einen Seite und der OHE Strecke Celle–Wittingen auf der anderen Seite flankiert.
Die Bahnstrecke wurde 1904 gebaut und trug den Namen Lachtetalbahn. Der Personenverkehr wurde 1976 eingestellt.

Zwischenstauwerk am Altenhäger Kanal; Foto: Florian Friedrich

Altes Zwischenstauwerk am Altenhäger Kanal; Foto: Florian Friedrich

Am Altenhäger Kanal sind noch wenige Übergänge und Zwischenstauwerke erhalten geblieben. Im weiteren Verlauf fällt auf, dass der Kanal kein Wasser mehr führt. Seine ursprüngliche Funktion ist heute nicht mehr gegeben. Er dient nun vor allem der Ableitung des Wassers in Richtung Lachte.

Auf Höhe des Sportplatzes von Altenhagen biegt der Rundweg nach Süden ab und führt uns wieder nach Lachtehausen.

Lachtehäuser Mühle

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Am Ortsrand sehen wir links das Stauwehr der Lachtehäuser Mühle und ein wenig weiter das Wohnhaus des ehemaligen Müllers. Die alte Mühle ist nicht mehr erhalten. Wir folgen der Straße und biegen am Ende nach links ab, überqueren die Lachte und radeln zum Ausgangspunkt.

Fotos: Hubertus Blume

 

Cover der Radwanderbroschüren

Cover der Radwanderbroschüren

Dieser Rundweg ist auch in gedruckter Version erhältlich. Mit sechs weiteren Rundwegen wurde er 2012 unter dem Titel: “Radwandern auf kulturhistorischer Spurensuche in der Leaderregion Lachte-Lutter-Lüß” zu einer Broschürensammlung zusammengefasst. Gegen eine Schutzgebühr von 1,50 € ist die Sammlung noch in den Rathäusern in Lachendorf und Eschede erhältlich. Zum kostenlosen Download auf das nebenstehende Cover der Broschürensammlung klicken.

 

Themen:
Radfahren

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