Radwandern im Aschautal

Autor:
Florian Friedrich
Orientierungskarte zum Radwandern durch das Aschautal; Länge: 23 km, Kleinere Teilabschnitte sind möglich; Kartengrundlage: openstreetmap.org

Orientierungskarte zum Radwandern durch das Aschautal; Länge: 23 km, Kleinere Teilabschnitte sind möglich; Kartengrundlage: openstreetmap.org

 

Der Rundweg führt uns durch das Aschautal entlang der alten Dörfer Habighorst, Eschede, Scharnhorst und Höfer. Auf größtenteils befestigten Wegen erfahren wir die abwechslungsreiche Landschaft und gewinnen Eindrücke aus längst vergangener Heidezeit, als die Gegend noch recht spärlich bevölkert war. Wo einst die Schnucken weideten und Moore das Weiterkommen hinderten, finden sich heute größtenteils Äcker und Wälder, die es ermöglichen, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke versprechen entspannte Pausen und beim richtigen Wetter bietet sich auch der Sprung in eines der beiden Freibäder entlang des Rundweges an.

 

Wacholderhain

Holzschild am Wachholderhain

Holzschild am Wachholderhain

Startpunkt des Rundweges an Aschau, Moor und Heide ist der Wacholderhain an der B191 unmittelbar an der Brücke über den Quarmbach, gut zwei Kilometer südwestlich vor Eschede.
Der Wacholderhain bietet einen der wenigen verbliebenen Eindrücke einer Heidelandschaft, wie sie hier noch vor 200 Jahren allgegenwärtig war, und steht unter Naturschutz. Anfang der 1930er Jahre entstand hier auf Betreiben des Rittergutsbesitzers Wilhelm Thies das beliebte Ausfluglokal Quarmühle mit Bade- und Ruderteichen. Seit das Gebäude 1983 abbrannte, holt sich die Natur mehr und mehr auch den Wacholderhain zurück, der bis dahin für die Gäste des Hauses gepflegt wurde. Das zeigt, dass Heidelandschaft und Wacholderhain Kulturlandschaften sind, die nur durch die Pflege bzw. Nutzung des Menschen entstehen und auf Dauer existieren können.

Reste des Wachholderhains

Reste des Wachholderhains

Vom Wacholderhain aus radeln wir entlang des Quarmühlenweges in Richtung Habighorst. Seinen Namen hat dieser leider oft recht matschige Weg von einer alten, zum Rittergut Habighorst gehörigen Getreidemühle, die am Quarmbach stand. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Quarmühle 1438. Bereits im 19. Jahrhundert war sie nicht mehr in Betrieb und verfiel. Das erwähnte Ausfluglokal am Wacholderhain trug ihren Namen weiter. Heute erinnert nur noch der Name des Weges an die Vergangenheit.
In Habighorst angekommen, folgen wir dem Wienhäuser Weg nach rechts, vorbei an Pferdeweiden, bis wir auf den Quarmbach stoßen.
Wer den Rundweg abkürzen möchte, kann von hier aus zum Galgenberg und an Dallmanns Kuhle vorbei zurück zum Ausgangspunkt fahren. Gesamtlänge: etwa 8 km.

Hohlwege der Quarmbach-Furt

Trampelpfad durch den Hohlwegefächer

Trampelpfad durch den Hohlwegefächer

Das schmale Bächlein lässt heutzutage kaum erahnen, wie schwer es früher war, hier mit Fuhrwerken durchzukommen. Eine Brücke war lange nicht vorhanden, so dass eine Furt, also der direkte Weg durch den Bach an einer flachen Stelle, genutzt werden musste. Karten des 18. Jahrhunderts zeigen einen regelrechten Wegefächer an dieser Stelle, da solche Überquerungsmöglichkeiten rar waren.

Hohlweg in Richtung der ehemaligen Furt durch den Quarmbach

Hohlweg in Richtung der ehemaligen Furt durch den Quarmbach

Am Bach selbst ist davon heute nichts mehr zu sehen, da hier Fischteiche angelegt wurden. Ein Stück unseres Rundweges zurück aber führt ein Trampelpfad in den Wald. Folgt man diesem, fallen einem schnell die tiefen Wagenspuren (Hohlwege) auf, die viele Fuhrwerke auf ihrem Weg durch die Furt des Quarmbaches hinterließen. Ein Kulturdenkmal für den beschwerlichen Verkehr in der sandreichen Heide.
Dem Rundweg folgen wir vor der Brücke über den Quarmbach nach links, an der Aschau entlang und überqueren die Kreisstraße (K34).
Weiter an der Aschau entlang kommen wir auf die eigentliche Dorfstraße des Ortes. Wir überqueren nicht die Brücke, sondern fahren hier zunächst links und dann gleich rechts in die Schulstraße, bis wir auf den Mühlenweg treffen, dem wir nach rechts folgen.

Habighorster Mühle

Wassermühle Habighorst

Wassermühle Habighorst

Die Mühle an der Aschau gehörte, ebenso wie die Quarmühle, zum nahen Rittergut und ist ebenfalls erstmals 1438 urkundlich erwähnt. Das heutige eingeschossige Mühlengebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Erst 1920 ging die Habighorster Mühle in den Besitz des damaligen Müllers über. Allerdings wurde sie bereits 1953 ein Opfer des allgemeinen Mühlensterbens und folglich stillgelegt. Ein begonnener Neubau auf der anderen Bachseite brannte in den 1970er Jahren ab, nur das weiße Silogebäude blieb davon bis heute stehen.
Mühlenbesichtigung, Josef Freyer • Tel. 0 51 42 / 15 96

Gebäude und Mühlentechnik der alten Mühle blieben erhalten, eine Turbine erzeugt immer noch Strom. Das Wasserrad dreht sich allerdings lediglich als Schauobjekt.

Mühlstein an der Habighorster Wassermühle

Mühlstein an der Habighorster Wassermühle

Wir folgen dem Mühlenweg weiter bis zur nächsten Kreuzung, biegen nach links in Richtung Eschede ab und befinden uns nun auf dem alten Kirchweg von Habighorst nach Eschede, zu dessen Kirchenkreis Habighorst seit jeher gehört. In Eschede angekommen, fahren wir bis zur Hauptstraße (L283), biegen nach links ab und sehen hinter der Kurve das Rosen-Café.

Schild am Rosen-Café in Eschede

Schild am Rosen-Café in Eschede

Rosen-Café, Selbst gebackener Kuchen (April–Oktober) Mittwoch bis Samstag (November– März) Samstag und Sonntag 14–18 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0 51 42 / 41 07 39

In der folgenden Straßenlinkskurve biegen wir rechts ab in die Osterstraße und sehen ein für die Region kunstgeschichtlich besonderes Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Der Bau des imposanten Mahnmals im Jahre 1922 war für die Gemeinde kostspielig und wurde fast ein Opfer der damaligen Inflation.

Johanniskirche Eschede

Hölzerner Glockenturm der Johanniskirche in Eschede

Hölzerner Glockenturm der Johanniskirche in Eschede

Wir sehen bereits den hölzernen Glockenturm der St.-Johannis-Kirche. Der denkmalgeschützte Vorgängerturm von 1710 brannte bei Bauarbeiten im Jahr 1978 ab und wurde neu errichtet. Einige Stufen führen hinauf zur Kirche, wo wir auch die beim Brand gebrochenen Glocken des alten Glockenturmes begutachten können. Wir stehen auf dem Theiberg, der offenbar bereits vor dem Kirchenbau lokaler Versammlungs- und Gerichtsplatz war.

Die Johanniskirche ist der Mittelpunkt des Escheder Kirchspiels. Das heutige Kirchengebäude stammt aus dem Jahr 1713, wobei die älteste Vorgängerkirche hier zwischen 1179 und 1365 als Beedenbosteler Filiale erbaut wurde. Neben dem für Heidekirchen typischen freistehenden Glockenturm aus Holz, den geschneitelten Linden (Kopfbäume) und den erwähnten alten Glocken fällt ein weiteres Merkmal alter Kirchen in das Auge des Betrachters.

Alte Bestattungen auf dem Kirchhof der Johanniskirche in Eschede

Alte Bestattungen auf dem Kirchhof der Johanniskirche in Eschede

Früher wurden Bestattungen noch unmittelbar bei der Kirche durchgeführt. Einige alte Grabsteine zeugen davon.
Wieder auf dem Rundweg, fahren wir die Osterstraße weiter und haben die Möglichkeit, zum Schwimmbad abzubiegen. Das erste Schwimmbad in Eschede wurde bereits 1936 gebaut. 1962 erfolgte die Neuanlage am heutigen Platz im Brunshagen.

Fresch – Freibad Eschede, Von Mai bis August 13–19 Uhr, In den Sommerferien tgl. 10–19 Uhr, Tel. 0 51 42 / 41 03 17

Ab 1979 entstand hier auch die zentrale Sportanlage des Ortes. Seit 1999 wird das Schwimmbad durch private Initiative getragen und mit viel Engagement weiterentwickelt.
Weiter auf dem Rundweg sehen wir bald beiderseits der Straße den Friedhof des Ortes, mit der Friedhofskapelle von 1931 auf der rechten Seite. Der Weg, dem wir folgen, ist der alte Scharnhorster Kirchweg, der lange die einzige Verbindung zwischen den beiden Orten darstellte.

Gauß-Punkt Scharnhorster Berg

Aussichtsturm am Scharnhorster Berg

Aussichtsturm am Scharnhorster Berg

Etwa auf halben Wege zwischen den Orten, hinter dem Wasserwerk mit den Funkmasten, finden wir ein weiteres Beispiel des Projektes „Magische Orte in der Südheide“. Hier hat der Künstler Wolfgang Jeske die Landschaftsinstallation „Schöne Aussichten am Scharnhorster Berg“ geschaffen. Vom Aussichtsturm aus können in der nahen Kieskuhle Zeichen bzw. Zahlen in der Landschaft entdeckt werden. Hintergrund bildet die Tatsache, dass der Geodät und Mathematiker Carl-Friedrich Gauß auf dem Scharnhorster Berg höchstpersönlich einen seiner Vermessungspunkte gesetzt hat. Die Heidevermessung kam damals nicht voran, weil wegen des flachen Geländes der nördliche Bezugspunkt Breitenhorn beim heutigen Unterlüß nicht anvisiert werden konnte. Gauß selbst berechnete daraufhin die nötige Schneise vor Ort und als der letzte Baum fiel, war der Lückenschluss bei der Vermessung des Königreichs Hannover geschafft.
In Scharnhorst angekommen, biegen wir nach rechts zur Heerstraße ab, um dann nach links weiter in den Ort zu fahren. Ein Stück weiter biegen wir nach rechts in die Straße Bentloh ein.

 

Apfelweg

Apfelweg in Scharnhorst, mit Bäumen der Sorte "Kaiser Wilhelm"

Apfelweg in Scharnhorst, mit Bäumen der Sorte “Kaiser Wilhelm”

Nach etwa 200 m geht nach rechts der Apfelweg ab. Die alten Apfelbäume, die diesem Weg den Namen gaben, wurden zu „Kaisers Zeiten“ von der Scharnhorster Familie Kaiser gepflanzt. Verwendung fand
die damalige Sorte „Kaiser Wilhelm“. Lücken in der Allee wurden um 1990 erfreulicherweise mit der mittlerweile nachgezüchteten alten Apfelsorte nachgepflanzt.
Wer das Fahren auf der Kreisstraße scheut oder den Rundweg entscheidend abkürzen möchte, kann hier entlang und dann weiter geradeaus zurück nach Habighorst radeln. Auf etwa halber Strecke gibt es dort einen alten Schafstall zu entdecken.

Der eigentliche Rundweg folgt der Straße Bentloh weiter, in der Kurve geradeaus zur Splittersiedlung Scharnhorst-Süd und stößt hier auf ein kleines Wäldchen.

 

Friedenshain

Gedenkstein im Scharnhorster Friedenshain

Gedenkstein im Scharnhorster Friedenshain

In einer ehemaligen Sandgrube ließ 1949 der damalige Bürgermeister Hansen eine ungewöhnliche Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, in Form eines Gedenklabyrinthes, anlegen. Antrieb war ihm dabei auch persönliche Betroffenheit, denn sein einziger Sohn fiel in Afrika. Einige Gedenksteine erinnern im Wäldchen an die Gefallenen der Heimatvertriebenen und der Scharnhorster Familien.
Am Friedenshain fahren wir geradeaus, um nach etwa 450 m rechts abzubiegen und dann der Höferschen Straße (K73) nach links zu folgen.
Nach etwa 300 m sehen wir rechter Hand eine Umzäunung. Hier werden von der ESA GmbH erstklassiger Kies und Sand abgebaut und für unterschiedlichste Ansprüche aufbereitet und verkauft. Der feine Heidesand ist nach wie vor sehr begehrt.

 

Filmtier-Park

Hinweisschild an der K73 zum Filmtier-Park

Hinweisschild an der K73 zum Filmtier-Park

Hinter dem Kieswerk finden wir den Filmtierpark von Joe Bodemann. Der bekannte Filmtiertrainer hat sich hier am Aschenberg einen Lebenstraum verwirklicht und ein vielseitiges Zentrum für Tiere eingerichtet. Es gibt ein Tierhotel, eine Hundeschule, eine Tierheilpraktikerpraxis einen Gnadenhof für alte Tiere und den Filmtierpark, der Besucher von weit her anzieht. Neben Vorführungen der dressierten Tiere gibt es sogar die Möglichkeit, zahme Löwen, Tiger und Bären zu streicheln. Im Dschungelcafé, das Bodemann mit Sammelstücken aus aller Welt dekoriert hat, lässt sich auch gut eine Pause einlegen.

Joe Bodemann’s Filmtier-Park Eschede, Täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr, Tel. 0 51 42 / 987 229

Der Filmtierpark wurde auf einem Gelände mit interessantem geschichtlichen Hintergrund eingerichtet. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich hier eine Luftmunitionsanstalt (Muna). In über einhundert Bunkeranlagen wurde Munition gelagert und zusammengebaut.
Dabei kamen auch Zwangsarbeiter zum Einsatz, die in nahen Waldlagern untergebracht waren. Die Anlage war gut getarnt, so dass sie nie bombardiert wurde. Teile der Produktion waren auch im nahen Kalischacht Mariaglück ausgelagert. Zum Kriegsende sprengte die Wehrmacht Teile der Anlagen. Später nutzte die Bundeswehr das Gelände als Depot und die Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht war hier ebenfalls bis in die 1990er Jahre untergebracht, bis schließlich Joe Bodemann sein Zentrum einrichtete.
Wenn wir der K73 weiter in Richtung Höfer folgen, durchfahren wir die Siedlung Am Aschenberg, die ihre Entstehung dem Betrieb der Muna verdankt. An einigen Häusern ist der geschichtliche Hintergrund noch zu erkennen.

Zur Zeit der Munitionsanstalt gebautes Haus - heute privates Wohnhaus der Siedlung Am Aschenberg

Zur Zeit der Munitionsanstalt gebautes Haus – heute privates Wohnhaus der Siedlung Am Aschenberg

Wir verlassen die Siedlung Am Aschenberg und folgen der Kreisstraße in Richtung Höfer. Ein Stück des Weges weiter passieren wir die Einfahrt zur Mülldeponie von Stadt und Landkreis. Dies erklärt auch die Müllwagen, welche uns bereits auf unserem Weg überholt haben.
Im weiteren Verlauf heißt die K73, auf der wir fahren, übrigens Munastraße, um an die militärische Vergangenheit der Siedlung am Aschenberg zu erinnern.

 

 

Zwergkuhle

Zwergkuhle bei Höfer/Ldkr. Celle

Zwergkuhle bei Höfer/Ldkr. Celle

Kurz vor Höfer bietet sich ein kleiner Abstecher an. Wir verlassen die Straße nach links und folgen dem Wirtschaftsweg etwa 300 m bis zur Zwergkuhle im kleinen Wäldchen. Die bis zu 6 m tiefe Kuhle ist ein eingetragenes Naturdenkmal im Landkreis Celle. Es handelt sich um einen natürlichen Erdfall, der die Geologen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Spur des großen Salzstockes führte.
Wir fahren zurück zur Munastraße, biegen nach links und erreichen Höfer, dabei erkennen wir nur noch die Reste einer alten Eisenbahntrasse. 1912 bekamen Höfer und Habighorst ein Anschlussgleis an die Kleinbahnstrecke Celle–Wittingen. Der Rückbau der sogenannten Salzbahn begann 2009.

 

Bergarbeitersiedlung Höfer

Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Höfer viele kleine Häuser für Bergarbeiterfamilien

Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Höfer viele kleine Häuser für Bergarbeiterfamilien

In alter Zeit war Höfer ein typisches Heidebauerndorf mit Schnuckenzucht und Bienenhaltung. Doch dann wurde hier nach Salz gebohrt und 1907 schließlich auch ein großes Salzlager gefunden. Durch den Zuzug von Arbeitern für den Salzabbau und die Verarbeitung wuchs der Ort gewaltig – von unter 200 auf zeitweise über tausend Einwohner. Neuer Wohnraum musste geschaffen werden und so entstanden an der Hauptstraße zahlreiche Arbeiterhäuser, die dem alten Bauerndorf ein ganz neues Gesicht gaben.
Auch der Architekt Otto Haesler, der durch seine Idee des „Neuen Bauens“ bekannt wurde, plante hierfür einige Häuser. Sein Entwurf überzeugte damals in der Inflationszeit, weil er ausgemusterte Ziegeleischuppen der Ziegelei Wohlenrode weiterverwendete.

 

Kalischacht Mariaglück

Kalischacht Mariaglück, Gemeindearchiv Eschede

Kalischacht Mariaglück, Gemeindearchiv Eschede

Ab 1916 wurde im nahen Schacht Fallersleben und ab 1922 im Schacht Mariaglück Salz gefördert. Die endgültige Stilllegung des Bergwerkes kam 1977, doch erst 2001 fiel der Förderturm des Schachtes Mariaglück. Vor Ort ist seitdem nicht mehr viel zu sehen. Über 13 Millionen Tonnen Steinsalz und Kali gab der Schacht her. Daraus wurden auch Düngemittel produziert, die die massiven Landschaftsveränderungen der Heideregion mit ermöglicht haben, durch Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und Vervielfachung der Ernteerträge.

Ehemaliges Förderrad und eine Lore des Kalischachtes

Ehemaliges Förderrad und eine Lore des Kalischachtes

Wir überqueren die Hauptstraße, biegen nach links und folgen nach kurzem Weg der Schulstraße nach rechts. Auf der rechten Seite fällt uns die Weinhandlung und Schänke Vino Rosso ins Auge. Hier können erstklassige Weine und Olivenöle in einmaliger Atmosphäre verköstigt werden.

Vino Rosso – Wein & Schänke Fr. 14–19 Uhr und Sa. 10–14 Uhr Feiern und Weinproben nach Absprache, Tel. 0 51 45 / 28 48 42

Am Ende der Schulstraße folgen wir dem Oher Weg nach rechts und überqueren wieder die Aschau. Hier bietet sich ein Abstecher in das Heideschwimmbad Höfer an. Im Mai 1957 wurde das attraktive Freibad eingeweiht und erfreut sich seitdem größter Beliebtheit.

Am Eingang zum Heideschwimmbad in Höfer

Am Eingang zum Heideschwimmbad in Höfer

Heideschwimmbad Höfer, in den Sommerferien tgl. 11–18 Uhr und außerhalb 14–18 Uhr geöffnet. Auskünfte unter Tel. 0 51 45 / 28 07 05

Seit 1996 ermöglicht ein Förderverein mit großem Engagement den Weiterbetrieb durch zahlreiche Veranstaltungen und Feste.

 

Alter Celler Weg

Der Alte Celler Weg ist streckenweise eine reine Sandpiste

Der Alte Celler Weg ist streckenweise eine reine Sandpiste

An der Weggabelung folgen wir dem Alten Celler Weg nach links, verlassen Höfer und erleben eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wald und Feldern. Am Wegesrand können wir sogar noch etwas Heidekraut entdecken, das einen letzten Eindruck der alten Landschaft bietet. Vor den Aufforstungen des 19. und 20. Jahrhunderts breitete sich die Heide hier aus, so weit das Auge reichte. Die Asphaltierung des Weges endet bald, so dass wir auch einen Eindruck der alten Wegeverhältnisse in der Heide gewinnen können. Vor dem Ausbau der Straßen war das Reisen auf den Sandwegen oft recht beschwerlich.

Alternativ können wir uns auch an der Weggabelung in Höfer rechts halten und dem asphaltierten Oher Weg weiter folgen, bis wir nach Burghorn abbiegen.

Ein wenig aufpassen müssen wir, damit wir auf unserem Rundweg die Abzweigung in Richtung Burghorn nicht verpassen. Ein Wegweiser (vor der Überlandleitung) leitet uns zur B191. An der folgenden Weggabelung nehmen wir den rechten Weg.

Bald erreichen wir die Siedlung Burghorn, die erst im 20. Jahrhundert entstanden ist, und folgen unserem Weg weiter in Richtung Bundesstraße. Auf der rechten Seite sehen wir eine Villa mit parkähnlichem Garten.

Sterbeort von Generalfeldmarschall August von Mackensen in Burghorn

Sterbeort von Generalfeldmarschall August von Mackensen in Burghorn

Hierher floh Anfang 1945 der Generalfeldmarschall August von Mackensen vor der Roten Armee. Im November desselben Jahres starb er hier in Burghorn im Alter von 95 Jahren. Er war einst Adjutant von Kaiser Wilhelm II. und ein Heerführer des Ersten Weltkrieges. Die nationalsozialistische Propaganda nahm seine damalige Popularität in Anspruch, was ihm den Spottnamen „Edel-Preuße des Dritten Reiches“ einbrachte.

 

Galgenberg Burghorn

Blick auf den ehemaligen Galgenberg in Burghorn

Blick auf den ehemaligen Galgenberg in Burghorn

Beim Verlassen der Siedlung richten wir unseren Blick zurück nach rechts und sehen eine kleine Anhöhe, die im Volksmund Galgenberg genannt wird. Alte Karten belegen, dass hier am „Hamburger Weg“ die Hinrichtungsstätte der Amtsvogtei Beedenbostel bestand.
Die Lage des Hügels an der Kreuzung war bewusst gewählt, kreuzten sich hier doch einst wichtige Handelswege. Möglichst viele sollten die zur Abschreckung gehängten Missetäter sehen, damit mit der Zurschaustellung eine abschreckende Wirkung erreicht werden konnte. Spuren der einstigen Richtstätte sind auf dem Galgenberg nicht erhalten.

 

Dallmanns Kuhle

Alte umwallte Immenstelle in "Dallmanns Kuhle"

Alte umwallte Immenstelle in “Dallmanns Kuhle”

Kurz vor Erreichen der Bundesstraße und vor dem Ende des Waldes erkennen wir auf der rechten Seite eine Senke, die bei genauerem Hinsehen von einem Rundwall mit Graben umgeben ist. Es handelt sich hier um eine alte Immenstelle, also einen Ort, an dem die Bienenvölker aufgestellt wurden, um den beliebten Heidehonig zu sammeln. Im Jahr 1717 stritt sich der Pächter Hinrich Dallmann mit dem Rittergutsbesitzer um die Nutzungsrechte und bekam das Recht, die umwallte Immenstelle weiter zu nutzen.
An der Bundesstraße angekommen – das Ponyhof Waldcafé ist kein öffentliches Lokal mehr –, folgen wir dem Radweg nach rechts zurück in Richtung Startpunkt am Wacholderhain.
Wir überqueren den angestauten Quarmbach, das Stauwehr ist vom Weg aus zu sehen, und biegen an der Notrufsäule wieder zum Wacholderhain ab.

 

Text und Fotos: Florian Friedrich

 

 

Cover der Radwanderbroschüren

Cover der Radwanderbroschüren

Dieser Rundweg ist auch in gedruckter Version erhältlich. Mit sechs weiteren Rundwegen wurde er 2012 unter dem Titel: “Radwandern auf kulturhistorischer Spurensuche in der Leaderregion Lachte-Lutter-Lüß” zu einer Broschürensammlung zusammengefasst. Gegen eine Schutzgebühr von 1,50 € ist die Sammlung noch in den Rathäusern in Lachendorf und Eschede erhältlich. Zum kostenlosen Download auf das nebenstehende Cover der Broschürensammlung klicken.

 

Themen:
Radfahren

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