Maria Magdalenen Kapelle in Oppershausen

Autor:
Redaktion

Kirchen im Landkreis Celle

von Cosima Bellersen Quirini

Ein besonderes Kleinod auf dem Boden des Cellerlandes ist das Gut Oppershausen, welches erstmal 1230 urkundlich als Stammsitz der Herren von Oppershausen erwähnt wurde. Besonders schön darauf: die Maria-Magdalenen-Gutskapelle. Der Vorgängerbau datiert in die Mitte des 15. Jahrhunderts und war eine Schenkung des Ritters Johann vom Stande und seinem Knappe Werner von “Odberneshusen” – um Gottes Lob und Ehre darin zu verkündigen. Mit Zustimmung des Bischofs von Hildesheim wurde Maria-Magdalena zur Patronin bestimmt. Wegen Baufälligkeit wohl abgebrochen, stiftete Wilhelm von Oppershausen zweihundert Jahre später eine neue Kapelle, welche am 6. April 1657 geweiht wurde. In der Achtziger Jahren gelangte die Kapelle in den Besitz der Kirchengemeinde Wienhausen. Bis heute finden Gottesdienste darin statt.

Im Dachreiter befindet sich eine Glocke mit der Inschrift „Hans Wilken der gos mich zu Brunswich Wilhelm van Oppershusen heft mi laten geten“, sie wurde 1603 noch für die alte Kapelle gegossen. Auch Teile der Westempore (Orgel) gehörten einst in den Vorgängerbau.

Sehenswert ist das Deckengewölbe, welches einen Wolkenhimmel mit Engeln darstellt, ebenso der Altar mit verschiedenen Szenerien als dem Leben Jesu. Die eichene Kanzel wird an den vier Ecken von den Evangelisten Matthäus, Lukas, Markus und Johannes gesäumt.

Das goldene Maria-Magdalenen-Portrait auf dem sechsseitigen Taufbecken schuf 1999 der Künstler Herbert Blasek,1912 als Sohn eines Bergmanns in Wathlingen geboren und 2006 in Wienhausen verstorben. Er hinterließ Ölbilder, Zeichnungen und Sgraffiti vor allem mit religiösen Motiven. Bekannt wurde er zudem für seine Holzarbeiten wie die Eiche in Wienhausen und als Porträtist der Celler Hauptkönige (Schützenkönige).

Die Orgel wurde 1990 erneuert und stammt aus den Orgelwerkstätten der Gebrüder Hillebrand aus Altwarmbüchen, die für ihre Restaurierungen historischer Orgeln weithin über die Landesgrenzen bekannt sind und 1986 mit dem Niedersächsischen Kulturpreis ausgezeichnet wurden.

Standort: Dorfstraße, Wienhausen

Fotos: Hubertus Blume

Themen:
Oppershausen

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