Kunstmuseum Celle: „Kunst & Cocktails 2015“

Autor:
Meggie Hönig

FARBverZÜCKt, zartbeschwipst in eine Feuer-Sommer-Nacht

Wer immer noch glaubt, in Celle sei nichts los, der muss spätestens jetzt leicht beschämt zugeben, sich geirrt zu haben. Und wer den gestrigen Abend nicht bei „Kunst & Cocktails“ im Kunstmuseum Celle bis tief in die Nacht gefeiert hat und heute in die immer noch entrückten, farbverzückten Gesichter deren, die dabei waren, geschaut hat, wird wissen: Ich habe was verpasst.

Das Hilfswerk des Lions Club Celle und das Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon luden bereits zum dritten Mal zu dieser ganz ungewöhnlichen Benefiz-Veranstaltung ein, mit deren Erlös in diesem Jahr die Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt FeroXia und die museumspädagogische Arbeit des Kunstmuseums unterstützt werden. Rund 280 Gäste kamen, um zu genießen und sich überraschen zu lassen!

Auf drei Etagen in drei Farben wird in diesem Jahr ein buntes Kultur-Workout serviert. „Asphaltgrün“ (jawohl!) lockt das Erdgeschoss – jazzig-beschwingt mit dem Trio Sax & Schmalz, später mit DJ Dancefloor und allerbester Party- und Disco-Musik, mit köstlichen Cocktails (Bargastro, Isernhagen) und feinen Häppchen (La Casa, Celle).

„Himmelrot“ ­– ja, haben Sie denn noch nie einen roten Himmel gesehen?“ – leuchtet das Dachgeschoss, man lässt sich entspannt in die weichen roten Polster der Lounge Chairs (Möbel-Wallach) fallen, vielleicht noch einen karibischen Cocktail in der Hand, oder wagt sich ins dichte Gedränge auf der Dachterrasse, den Sternen nah und mit grandiosem Blick aufs Celler Schloss. Hier lösen sich Zungen, hier schwingen die Hüften, sinnlich bei Merengue und Salsa – Takt für Takt, nach vorne, hinten, zur Seite. Die Tanzschule Krüger zeigt, wie’s geht und hilft.

Und mittendrin und zwischendurch, ganz „regenbogengrau“, begegnet man den Welterklärern, die hineingeschrumpft sind in die skurile Welt des Peter Basseler mit blau gefärbten Krokodilen oder eingefrorenen Bienen (Ausstellung bis 20. September 2015) und die dort trotz allen Horrors ein Wohlgefühl empfinden. „Tanz der Illusion im Nichts“ und „Bunt findet Gelb absurd“ sind Ergebnisse kreativer Wortangeleien, geschickt aus einem übergroßen Wort-Aquarium gefischt. Und die „elegante Farbschleuder“ bietet noch mehr Raum zur eigenen künstlerischen Entfaltung. Es entstehen nicht nur bunte, herzblutrote, blaugrüngrelle, schillernde, glitzernde, ja verzückende kleine Kunstwerke, sondern eine möglicherweise ungewollte, aber garantiert ungefährliche Farbexplosion führt zu einer besonderen Kunstperformance, die den Abend lang dankbar Gesprächsstoff liefert.

Pünktlich um Mitternacht zeigt der Lichtkünstler Bernd van Werven im Kunstmuseum eine beeindruckende Kostprobe seiner Träumerei aus Farbe und Licht. Knapp zwei Stunden später, nachdem auch die letzten, inzwischen von den Highheels befreiten Füße wundgetanzt sind, gipfelt der Abend in einer fulminanten Feuer-Licht-Show im Schlosspark: Feuer, Licht, Bewegung, Musik, chillig, sinnlich, barock = grandios, zauberhaft, verzaubernd.

Weitere Informationen unter www.kunst.celle.de und www.lions-celle-residenzstadt.de

Fotos: Hubertus Blume (C) Landluft-Celle.de

Themen:
Museen

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