Hohne im Landkreis Celle

Autor:
Florian Friedrich

Hohne ist ein altes Kirchdorf im Osten des Landkreises Celle. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1313. Zu den ältesten Gebäuden zählt das im 18. Jahrhundert gebaute Herrenhaus des Ritterguts. Es steht auf den Grundmauern eines älteren Vorgängerbaus, der am 13. Juli 1372 während des Lüneburger Erbfolgekrieges niedergebrannt wurde. Heutzutage findet auf dem Gutshof immer am 1. Advent der Hohner Weihnachtsmarkt statt.

Während des Dreißigjährigen Krieges brannte es wegen der Unachtsamkeit einiger kaiserlicher Soldaten wieder in Hohne. Am 29. August 1636 wurden ein Großteil des Ortes und die Kirche eingeäschert. Für den Neubau der Kirche stiftete Herzog Friedrich III. von Braunschweig-Lüneburg Tausende Ziegel und Mauersteine. Die Bauausführung war jedoch kriegsbedingt mangelhaft. Die heutige Himmelfahrts-Kirche wurde im neuromanischen Stil ab 1911 neben der alten Kirche gebaut und schließlich am 1. Mai 1913 eingeweiht. Die alte Kirche wurde abgebrochen. Das alte Taufbecken, die Kanzel und andere Teile fanden weiter Verwendung.

Alte Hohner Kirche vor 1912; Quelle: Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte

Alte Hohner Kirche vor 1912; Quelle: Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte

Storch auf der Himmelfahrtskirche in Hohne, Landkreis Celle

Storch auf der Himmelfahrtskirche in Hohne, Landkreis Celle

Auf dem Dach der Himmelfahrtskirche befindet sich heutzutage ein seit vielen Jahren stets besetztes Storchennest. Auch auf der Vorgängerkirche fühlte sich Adebar bereits wohl, wie alte Fotos belegen.

Himmelfahrtskirche in Hohne, Landkreis Celle

Himmelfahrtskirche in Hohne, Landkreis Celle

Zur politischen Gemeinde Hohne mit ihren 1647 Einwohnern gehören auch die Nachbarorte Spechtshorn und Helmerkamp. Das Kirchspiel Hohne umfasst auch die Orte Ummern, Pollhöfen und Hahnenhorn, die bis zur Gebietsreform von 1972 auch politisch zu Hohne gehörten, dann aber dem Landkreis Gifhorn zugeschlagen wurden.

Die Landschaft ist vor allem durch Wälder, Wiesen und Ackerflächen geprägt. Im Süden der Gemeinde sind noch die Reste ehemals großer Moore vorhanden. Im Norden drehen sich zahlreiche Windräder und versorgen nicht nur Hohne mit elektrischem Strom. Auch mit Biogas und Solaranlagen wird in Hohne Energie erzeugt, so dass vor Ort längst mehr produziert wird, als die Einwohner verbrauchen. Bemerkenswert ist auch die landwirtschaftliche Wildhaltung von Dam-, Sika- und Rotwild, dessen Fleisch vor Ort vermarktet wird.
An ein abgeschlossenes Kapitel der Hohner Geschichte wird im kleinen Energiemuseum im Ortsteil Spechtshorn erinnert. Anhand von alten Gerätschaften und Fotos wird dort (an Wochenenden oder auf Anfrage) die lokale Erdölgeschichte präsentiert. In Hohne und Umgebung wurde nämlich 50 Jahre lang sehr erfolgreich Erdöl gefördert, nachdem 1951 die erste fündige Bohrung niedergebracht wurde. Probebohrungen nach Gas blieben 2001 erfolglos und die Betriebsstätten wurden schließlich geschlossen und abgebaut.

Geblieben ist den Hohnern und ihren Gästen aber das schöne Schwimmbad. Vom Erdölförderer DEA 1954 gebaut, wird es heute im modern ausgebauten Zustand von einem engagierten Förderverein betrieben. Ein Besuch im familienfreundlichen Waldbad Hohne-Spechtshorn lohnt sich.

Angrenzend an das Schwimmbad befinden sich auch die gut ausgebauten Sportanlagen der Gemeinde. Mehrere Tennis- und Fußballplätze sowie eine kleinen Mehrzweckhalle bieten viel Platz für sportliche Aktivitäten.
Darüber hinaus lädt die abwechslungsreiche Umgebung des Ortes zu ausgedehnten Spaziergängen und Fahrradtouren ein. In Hohne ist es lebenswert.

 

 

 

Themen:
Hohne

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