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Elke Andres – Horse Hair Hitching

Autor:
Redaktion

Traumstücke aus Pferdehaar

Elke Andres aus Wiedenrode hat sich als Meisterin im Horse Hair Hitching, einer seltenen, fast ausgestorbenen Wickeltechnik mit Pferdehaaren, über Deutschland hinaus einen Namen gemacht.

Von Aneka Schult-Fietz

Betritt man ihr Haus in Wiedenrode-Langlingen, staunt man über all die kleinen und größeren Meisterwerke, gefertigt aus Pferdehaar. Vor mittlerweile 22 Jahren hat Elke Andres, geboren am 19. November 1955, damit begonnen, den Pferden auf den Leib zu rücken, als sie bei Maria Schmidt in Nürnberg das Hitchen erlernte. „Mein damaliger Hufschmied Jochen Lahmann aus Otze hatte mir von ihr erzählt und meinte, das wäre was für mich.“ Er hatte sich nicht geirrt. Ausgestattet mit einem gewissen Talent, besuchte Andres zwei Kurse und kam von dieser tierisch künstlerischen Leidenschaft nicht mehr los. „Ich habe dann meine Kenntnisse mehr und mehr vertieft und mich selbständig gemacht“, sagt sie. „Mittlerweile fertige ich Armbänder, Ketten und Halfter in verschiedenen Farben und Größen“, zeigt sie wundervolle Stücke. Sogar der NDR fand es wert, in zwei Sendungen darüber zu berichten, zumal man in Deutschland die „Hitcher“ an einer Hand abzählen könne. Stolz bedient Andres eine breite Käuferschicht aus allen Teilen Deutschlands, Frankreich, Spanien, Österreich, Irland und der Schweiz. Es sind vor allem die kostbaren Kopfstücke und extravaganten Gürtel, die es zwar auch in den USA zu finden gäbe, aber dort um einiges teurer. Statt rund 450 Euro für einen maßgefertigten Gürtel zahle man dort das Dreifache, auch wenn diese Kunst in Amerika entstanden ist.

„Das Hitchen ist eine alte, mündlich überlieferte Arbeitsweise mit Pferdehaaren“, erzählt Andres. „In Amerika wird diese Kunst mit den Cowboys in Verbindung gebracht und hatte von 1880 bis 1920 ihre Blütezeit.“ In den Zeiten, in denen Pferd und Wagen zum Alltag gehörten, wurden Rosshaar-Zaumzeuge von Gefängnisinsassen hergestellt. „Die Kopfstücke wurden bald als Kunstwerke angesehen und für besondere Gelegenheiten aufbewahrt. Die Nachfrage stieg und es fanden auch Gürtel, Hutbänder, Reitgerten und Seile aus Pferdehaaren ihren Weg auf den Markt.“

Die Haare bezieht Andres immer noch von Maria aus Nürnberg. Sie bekommt dieses schöne Naturprodukt kiloweise aus China und der Mongolei. „Nackig müssten die Pferde dort dennoch nicht herumspringen, denn das stabile und reisfeste Material ist ein nachwachsender Rohstoff. Die Haare werden dort abgeerntet.“ Für ein Kilo könne man ob seiner wunderschön glatten Oberfläche und seines edlen Glanzes bis zu 2500 Euro bezahlen. „Es besitzt aber eine lange Lebensdauer“, erklärt Andres. Beliebt seien allerdings auch Arbeiten aus den Schweifhaaren des eigenen Pferdes.

„Es gibt wunderschöne Naturtöne und die weißen Haare können gefärbt und fixiert werden“, so Andres begeistert. „Die Schweifhaare werden zum Hitchen und Flechten genommen und aus Mähnenhaar werden kleine Quasten gefertigt, mit denen man die Kopfstücke verzieren kann.“ Alles seien Unikate. Zudem fertigt Andres Schmuck: Ketten, Armbänder und Ringe. Gern wünschen sich die Kunden auch Exponate, die Andres mit 925er Sterlingsilber oder gar Gold verziert. Hier arbeitet Andres mit der Goldschmiedin Kerstin Homann aus Dohnsen zusammen. Über den Privatverkauf hinaus stellt die Hitcherin ihre Arbeiten auf Turnieren und Messen aus. „Meine Kopfstücke wurden auf der ‚Pferd & Jagd’ in Hannover und auf der ‚Hanse-Pferd’ in Hamburg von dem bekannten Westerntrainer Peter Kreinberg vorgeführt“, schmunzelt Andres. „Die Lederarbeiten werden von der Sattlerei Rieser individuell für mich gefertigt.“

Natürlich trägt auch ihr eigenes Quarter Horse „Mr. Sotowood“ Echthaar-Kopfschmuck. Darüber hinaus stehen die beiden Friesen, „Benjamin“ und „Nico“ sowie das gescheckte Mini-Pony „Mr. Big“ auf der Weide neben ihrem Haus. „Ich war sehr früh ein Pferdenarr, doch nach der Ausbildung zur Industriekauffrau habe ich mich auf Werbung und Marketing spezialisiert“. Das Reiten erlernte die Mutter einer Tochter und zweifache Oma relativ spät, wie sie sagt, mit 27 Jahren. „Mein erstes Pferd bekam ich mit 30 Jahren, meine Hannoveraner-Vollblutstute „Ariane“. Später sattelte sie auf Western um. Heute mag sie ihr Hobby umso weniger missen. Auch ihre vierjährige Enkelin Jelle-Fia, die gleich gegenüber wohnt, schaut jeden Tag freudig bei den Vierbeinern vorbei und bekommt von ihrer Oma sogar ein bisschen Reitunterricht. Der siebenjährige Jonte-Flann spielt lieber mit den Australian-Shepherd-Border-Collies „Maible“ und „Thammy“, während Oma Elke beherzt die Seele, den Stock zum Wickeln zur Hand nimmt und rund 5000 Haarstränge (etwa 50 000 Einzelhaare) in 35.000 Knoten zum nächsten gemusterten Traumstück verarbeitet.

Andres bietet zudem nach Absprache Wochenend-Kurse „Selber hitchen“ an. Am liebsten in einer Gruppe von drei bis acht Personen. / Oder: Wochenend-Kurse „Selber hitchen“, 3-8 Personen, bei sich oder bei ihr.

Kontakt: Elke Andres – Pferdehaar-Atelier, HorseHairHitching

Schapersweg 5, 29364 Langlingen

Mobil:491725467946

E-Mail:mrsotowood@aol.com

www.elkeshitchingseite.de

 

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