Eisvogel im Landkreis Celle

Autor:
Redaktion

Meißendorfer Teiche

Wer hat schon mal das Glück gehabt, diesen kleinen blau schillernden Vogel im schnellen Flug zu sehen, geschweige denn zu beobachten. Nur die Kenner, Hobbyornithologen, oder Fotografen mit viel Geduld und Wissen um das Verhalten dieses scheuen Vogels, kennen die Wasserläufe mit ihren steilen Ufern, an denen der Vogel sein “Zuhause” hat. Inzwischen aber ist der Eisvogel wieder häufiger bei uns zu sehen und gehört nicht mehr zu den bedrohten Arten. Das Bewusstsein der Menschen ist heute stärker sensibilisiert für die Bedürfnisse der Flora und Fauna unserer Umgebung. Uferböschungen werden instand gehalten um so Nistmöglichkeiten für den Eisvogel zu schaffen.

Der Eisvogel besiedelt weite Teile Europas, Asiens sowie das westliche Nordafrika und lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand und Sitzwarten. Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten (Imagines und Larven), Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen. Er kann Fische bis neun Zentimeter Länge mit einer maximalen Rückenhöhe von zwei Zentimetern verschlingen. Bei langgestreckten, dünnen Arten verschiebt sich die Höchstgrenze auf zwölf Zentimeter Körperlänge. Die Jagdmethode des Eisvogels ist das Stoßtauchen. Von einer passenden Sitzwarte über dem oder nahe am Wasser wird der Stoß angesetzt. Wenn er eine mögliche Beute entdeckt, stürzt er sich schräg nach unten kopfüber ins Wasser und beschleunigt dabei meist mit kurzen Flügelschlägen. Die Augen bleiben beim Eintauchen offen und werden durch das Vorziehen der Nickhaut geschützt. Ist die Wasseroberfläche erreicht, wird der Körper gestreckt und die Flügel eng angelegt oder nach oben ausgestreckt. Bereits kurz vor dem Ergreifen der Beute wird mit ausgebreiteten Flügeln und Beinen gebremst. Zur Wasseroberfläche steigt er zuerst mit dem Nacken, wobei er den Kopf an die Brust gepresst hält. Schließlich wird der Schnabel mit einem Ruck aus dem Wasser gerissen und der Vogel startet entweder sofort oder nach einer kurzen Ruhepause zum Rückflug auf die Sitzwarte. Im Allgemeinen dauert ein Versuch nicht mehr als zwei bis drei Sekunden. Der Eisvogel kann aber auch aus einem kurzen Rüttelflug tauchen, wenn ein geeigneter Ansitz fehlt. Nicht jeder Tauchgang ist erfolgreich, er stößt des Öfteren daneben.

Der Eisvogel benötigt zur Bearbeitung der Beute in der Regel einen dicken Ast oder eine andere, möglichst wenig schwingende Unterlage. Kleinere Beute wird mit kräftigem Schnabeldrücken oft sofort verschlungen. Größere Fische werden auf den Ast zurückgebracht, dort tot geschüttelt oder auf den Ast geschlagen, im Schnabel „gewendet“ und mit dem Kopf voran verschluckt; anderenfalls könnten sich im Schlund die Schuppen des Fisches sträuben. Der Eisvogel schluckt seine Beute in einem Stück. Unverdauliches wie Fischknochen oder Insektenreste werden etwa ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit als Gewölle herausgewürgt.

1973 und 2009 war er der Vogel des Jahres in Deutschland.

Wer um diese Jahreszeit an den Meißendorfer Teichen entlang wandert, kann dort, mit etwas Glück, den Vogel beobachten. Aber auch viele andere Wasservögel, die nicht so scheu sind, haben ihre eigene Faszination gerade auch in dieser Jahreszeit. An Lachte und Lutter fühlt sich der Eisvogel ebenfalls sehr wohl.

Text: Hubertus Blume und Wikipedia

Fotos: Blume Bild

Kommentare

  • vielen Dank für die wunderschönen Aufnahmen und Gruß in die Heimatstadt Celle

    Detlef Gerd Stechern 21. Dezember 2014 13:46 Antworten

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