Celle goes Hollywood

Autor:
Redaktion

SCHROTTEN!

Erster Drehtag in Celle von Max Zähles Spielfilm “Schrotten”. Dieser Film spielt, wie schon der Name vermuten lässt, im Milieu der Schrotthändler. Kalli Struck als Darsteller und sein “Schrottplatz” als Drehort sind fest eingeplanter Bestandteil des Filmes.  Die norddeutsche Komödie mit Western-Elementen erzählt von rivalisierenden Clans und von Existenzkampf, ganz besonders aber von familiärem Zusammenhalt und Heimat. Zähle lässt darin Erinnerungen aus seinen Kindertagen einfließen.

Auf dem Weg zum Markt, so gegen 12.00 Uhr, stolpere ich in eine größere Menschenansammlung – Schuhstraße, Ecke Heiliges Kreuz und werde von Ordnern mit Westen leicht aber bestimmt aufgefordert, hier nicht weiterzugehen und mich ruhig zu verhalten. Schnell realisiere ich, was hier abläuft – ich bin informiert, dass in Celle die Dreharbeiten für einen Film in diesen Tagen stattfinden – mit allem was dazu gehört: Polizeiabsperrungen, neugieriges Publikum, Menschen die hektisch mit schwerem Gerät agieren. Dann über Lautsprecher “Achtung – Ruhe bitte – wir drehen”. Max Zähle überzeugt sich, dass alle bereit sind und schaut durch seinen Kontrollmonitor. Die Schützengarde spielt auf und Kamera samt Kameramann wird auf einer Schiene geschoben (Kamerafahrt). Nach der dritten oder vierten Klappe ist die Szene im Kasten.

Für den geplanten Marktbesuch hatte ich natürlich meine große Nikon nicht mit dabei, aber Gott sei Dank meine neue kleine Fuji X30 – mit der ich allerdings als Pressemensch nicht ernstgenommen wurde und im ersten Anlauf dann auch nicht an den Ordnern vorbeikam. Doch ich kannte ja Max noch aus den Kindertagen von gemeinsamen Kindergeburtstagen bei uns in Osterloh – Max und unser Sohn Shan (alias Sascha) sind gute Freunde bis auf den heutigen Tag. Als mich Max erkannte, war ich auch gleich mittendrin im Geschehen und konnte die Atmosphäre mit meiner kleinen Fuji hautnah einfangen – tolle Qualität für diese kleine Kamera.

In unserer ersten Ausgabe von LANDLUFT – Cellerland Magazin haben wir bereits über seine Oskar-Nominierungen berichtet. Max Zähle ist in Celle aufgewachsen und hat am Ernestinum sein Abi gemacht. Nach seinem Studium der audiovisuellen Medien in Hamburg und einer Ausbildung zum staatlich geprüften Film- und Videoeditor arbeitete er mehrere Jahre als freier Cutter. Seit 2001 inszenierte er diverse Musikvideos, Werbefilme und Kurzfilme. Von 2008 bis 2010 studierte er schließlich an der Hamburg Media School Filmregie. Sein Abschlussfilm RAJU wurde weltweit mit über 40 Preisen ausgezeichnet, u.a. 2011 mit dem Studentenoscar in Bronze. 2012 wurde der Film für den Academy Award (Oscar®) bei den 84. Academy Awards nominiert.

SCHROTTEN! entsteht an 27 Drehtagen im Großraum Hamburg und Celle. In den Hauptrollen stehen unter anderem Lucas Gregorowicz, Frederick Lau, Anna Bederke und Jan-Gregor Kremp vor der Kamera. Das Drehbuch zu SCHROTTEN! stammt von Max Zähle und den Co-Autoren Johanna Pfaff und Oliver Keidel.

Andrea Schütte und Dirk Decker (Tamtam Film GmbH) produzieren den Film in Ko-Produktion mit dem NDR, HR und ARTE. Die Finanzierung wurde maßgeblich unterstützt von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der nordmedia und MEDIA / Creative Europe.

In Celle sind fünf Drehtage vom 22. bis 26. November geplant. Die Stadt Celle sowie ihre Töchter (Abfallzweckverband, Celle Tourismus und Marketing GmbH) unterstützen das Team nach Kräften, begonnen bei der Vermittlung von Ansprechpartnern, über Straßensperrungen, Sponsoring von E-Bikes, dem Abbau der Beschilderung und eines Kultur-Denkmals bis hin zur Koordination der Pressearbeit.

Für mich war ein Wiedersehen mit den Eltern von Max, die natürlich im Film mit eingeplant wurden, eine schöne Überraschung – Vater und Mutter Zähle agierten professionell als Schützenkönig und Königin. Zu den Fotos: Die blonde Frau mit Brille an der Seite von Max ist Johanna Pfaff, Ehefrau, Co-Autorin und Regieassistentin. Der Catering-Wagen wurde kaum genutzt – man ging nach Drehschluss bei diesem zwar schönen, doch etwas kaltem Wetter lieber zu Sylvia ins San Marino. Der Brandplatz war Parkplatz für  Fahrzeuge der Filmcrew – ohne Gefahr ein Ticket zu bekommen.

Text/Fotos: Hubertus Blume

http://www.tamtamfilm.com/filme/schrotten/

 

Themen:
Aktuelles

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