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Stechinellikapelle in Wieckenberg

Autor:

Kirchen im Landkreis Celle

von Cosima Bellersen Quirini

Nur wenige Kilometer südwärts von Wietze liegt recht verborgen der malerische Ort Wiekenberg, mittendrin finden Sie die Stechinelli-Kapelle. Das barocke Kleinod aus dem Jahr 1692 versteckt sich hinter unscheinbarem Heidefachwerk, erst innen ist seine wahre Pracht zu entdecken.

Zu verdanken ist es Francesco Maria Capellini, einem Italiener aus Rimini, der im Cellerland viele Spuren hinterlassen hat. Der 1640 geborene Adelssprossß war von der Natur mit spindeldürren Beinen ausgestattet – ihnen verdankte er seinen Spitznamen „‚Stechinelli“ ’(sprich: Steckinelli; stecchino= Zahnstocher). Bereits als fünfzehnjähriger Junge trat er seinen Dienst als Kammerdiener am Hofe des letzten Heideherzogs Georg Wilhelm an und schon im ersten Jahr erwarb er Immobilien und machte sich am Hof unentbehrlich. Bald war er auch als Händler, Banker und Diplomat tätig und baute schließlich das Postwesen für die welfischen Fürstentümer aus.1688 wurde er vom Kaiser geadelt.

Stechinelli erwarb das Gut Wieckenberg und ließ darauf die prächtige Kapelle erbauen. Besonders sehenswert sind die üppigen Deckenbemalungen (Köpfe der dreizehn Stechinelli-Kinder), die Wandmotive mit seinem persönlichem Wappen, einem Hut, sowie Kanzel und Taufengel. Die Prieche (ursprünglich gleichbedeutend mit Empore. wird in Norddeutschland der vom allgemeinen Kirchengestühl abgesonderte Sitzplatz der höheren Stände einer Kirchengemeinde bezeichnet – Wikipedia), die teils noch mit Originalglas verglast ist, konnte er nicht mehr nutzen – er starb 1694. Die Kapelle wurde erst nach seinem Tod protestantisch geweiht.

Vom Gut noch sichtbar sind neben der Kapelle auch das Hoftor und ein barocker Brunnen.

Weitere Spuren Stechinellis sind in Celle zu sehen: Stechinellihaus (achten Sie auf die Wetterfahne, Initialen FCS, Inschrift 1677) und Hotel Fürstenhof, einst ebenfalls in seinem Besitz. „‚Ein guter Mann, er ist mit niemandem schlecht. Stechinelli hat uns sehr lachen machen,“’, so äußerten sich einst zwei Fürstinnen in Hannover zu dem Italiener, „‚nur seine Offenheit bringt ihn in Ungnade, aber seine Späße setzen ihn wieder ins Gunst.“ ‚

In Winsen finden Sie noch das Junkerntor, verewigt im Wappen der Gemeinde. Es gehörte einst zu einem Rittergut, das ebenso wie der Ballhof in Hannover (gehört heute zum Staatstheater; 1649–64 als Fest- und Federballspielhalle erbaut), zu Stechinellis Besitz zählte.

Standorte:

Kapelle: Stechinellistraße 12, Wietze

Stechinelli-Haus: Großer Plan 14, Celle

Hotel Fürstenhof: Hannoversche Straße 55, 29221 Celle

Junkerntor: Am Junkernhof, Winsen

Ballhof: Ballhofplatz 5 / Knochenhauerstr. 28, Hannover

Weitere Infos:

Anfragen wegen Gottesdiensten (jeden zweiten Sonntag im Monat, an zweiten kirchlichen Feiertagen) und Führungen im Kirchenbüro 05146-8443 oder bei der Küsterin 05146-2516.

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