Celler Schloss in Celle

Autor:
Redaktion

Historie des Schlosses

Das Celler Schloss ist eine der schönsten Anlagen in Niedersachsen, bis 1705 war es bedeutendste Residenz des ältesten heute noch existierenden Fürstenhauses Europas, der Welfen. Eingebettet in die vollständig erhaltene frühneuzeitliche Altstadt, erleben Besucher hier ein einzigartiges historisches Ensemble.

Die Baugeschichte reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Ab 1433 wurde Celle für fast drei Jahrhunderte ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Nach und nach erfolgte der Umbau von der Wehranlage zum Residenzschloss; sein bis heute prägendes Erscheinungsbild erhielt es durch den Ausbau zu einer repräsentativen Vierflügelanlage um 1670. Im 19. Jahrhundert wurde es als sommerlicher Aufenthaltsort der Könige von Hannover genutzt.

“Das Celler Schloss gründet sich auf einem befestigen Wehrturm mit dem Charakter einer Wasserburg, die eine Furt über die Aller bewachte. Diese erste, als „Kellu“ bezeichnete Befestigungsanlage wurde um 980 durch einen Brunonen-Grafen errichtet. Eine weitere Vorläuferburg des Schlosses oder der Ausbau des Wehrturmes war die 1292 von Otto dem Strengen begründete Anlage. Davon erhalten sind noch Kellergewölbe sowie die unteren Stockwerke des Wachturms. Die Reste liegen unter dem Schlosstheater. Um 1315 wird das eigentliche „Castrum Celle“ erstmals urkundlich erwähnt. Als Folge des Lüneburger Erbfolgekrieges verlegten die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg ab 1378 ihre Residenz von Lüneburg nach Celle und begannen mit der Umgestaltung der um Wälle und Gräben erweiterten Burganlage zu einem Schloss. Im größeren Umfang wurde das Schloss unter Friedrich dem Frommen von 1471 bis 1478 erweitert, die Schlosskapelle wurde 1485 geweiht. Ernst I. ließ die Anlage dann ab 1530 im   Renaissancestil ausschmücken. Gleichzeitig wurden zwischen 1520–60 die Befestigungsanlagen in Form von Wällen und Bastionen nach außen verlegt. Das Schloss war zu diesem Zeitpunkt eine zeittypische, vierflügelige Anlage um einen rechteckigen Hof, mit wuchtigen Ecktürmen, einem großen Hauptturm und charakteristischen Merkmalen der  Weserrenaisssance.

Celle mit dem Schloss (rechts) auf einem Stich von Merian, 1654
Celler Schloss, Georg-Wilhelm, 1624-1705, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, reg. in Celle 1655-1705 - um 1690

Celler Schloss, Georg-Wilhelm, 1624-1705, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, reg. in Celle 1655-1705 – um 1690

Von 1670 an wurden durch Herzog Georg Wilhelm am Schloss Veränderungen vorgenommen, die aus dem alten Renaissancesitz eine zeitgemäße Residenz machen sollten. Georg Wilhelm war als typischer Fürst seiner Epoche baulustig und ließ am Schloss und der Umgebung repräsentative Erweiterungen vornehmen, die ihn an seine Zeit in Italien erinnern sollten. Die Fassaden, die  venezianischen Vorbildern nachgeahmt wurden, erhielten damals ihre heutige Gestalt. Auffällig ist der Kranz aus Giebeln, der die Dächer umgibt, sowie die ungewöhnliche Form der überkuppelten Türme. Auch der Einbau des Schlosstheaters und der barocken Staatsgemächer fiel in diese Zeit.

Mit dem Tod Georg-Wilhelms 1705 endete die  absolutistische Hofhaltung der Herzöge. Das Fürstentum Lüneburg wurde durch Erbgang, zusammen mit dem Fürstentum Calenberg, dem späteren Königreich Hannover zugeführt. Das Schloss verlor seine politische Bedeutung und stand anschließend immer wieder längere Zeit leer. Ab 1772 wurde es durch die vormalige dänische Königin Caroline Mathilde bewohnt, die wegen einer angeblichen Affäre mit Johann Friedrich Struensee nach einer Scheidung von Kopenhagen nach Celle verbannt war. Die Königin hielt bis 1775 in Celle einen bescheidenen Hof und starb hier im Alter von 23 Jahren an Scharlach. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss dann gelegentlich durch das Hannoversche Königshaus als Sommerresidenz genutzt. Dazu ließ Georg Ludwig Friedrich Laves von 1839 bis 1840 einige Umbauarbeiten im Inneren vornehmen.

Celler Schloss, Johann Friedrich Struensee Celle, 1737-1772, Königlicher Leibarzt

Celler Schloss, Johann Friedrich Struensee Celle, 1737-1772, Königlicher Leibarzt

Bewegende internationale Schicksale stehen in engem Bezug zur Celler Residenzgeschichte: Die letzte Celler Herzogin, die französische Hugenottin Eléonore d’Olbreuse, ist Stammmutter mehrerer europäischer Königshäuser. Sie brachte im 17. Jahrhundert französischen Esprit nach Norddeutschland und beeinflusste das Hof- und Stadtleben Celles. Ihrer Tochter Sophie Dorothea widerfuhr ein tragisches Schicksal: Nach ihrer Scheidung von Georg Ludwig, dem späteren britischen König Georg I., musste sie den Rest ihres Lebens in Verbannung auf Schloss Ahlden verbringen. Ihren Enkel Friedrich den Großen lernte sie nie kennen.

Celler Schloss, Georg I. Ludwig, König von Großbritannien. Offizielles Staatsporträt des Königs im Krönungsornat Celle

Celler Schloss, Georg I. Ludwig, König von Großbritannien. Offizielles Staatsporträt des Königs im Krönungsornat

Das Schloss heute

Im Inneren des Schlosses sind diverse Räume und Säle aus den verschiedenen Bauphasen des Schlosses erhalten. Unter Georg Wilhelm wurden barocke Staatsräume eingerichtet, die ebenfalls erhalten sind. In der Gotischen Halle finden heute wechselnde Ausstellungen statt und im Ostflügel befindet sich das 2007 neu eröffnete Residenzmuseum, das die Geschichte der Welfen und des Königreichs Hannover zeigt. Die Besichtigung der historischen, von 1978 bis 1981 restaurierten Schlossräume und der Schlosskapelle ist bei Führungen möglich.

Das Schloss wird in den nächsten Jahren für knapp 13 Millionen Euro saniert werden (Baubeginn zweite Jahreshälfte 2010).” Wikipedia

In den musealen Schlossräumen finden sich zahlreiche vertiefende Informationsangebote, interaktive Medienstationen und filmische Beiträge, die aber die Schönheit der Schlossräume keineswegs in den Hintergrund drängen. Mit imposanten Bildern und ausgewählten Objekten aus der Zeit der hannoversch-britischen Personalunion (1714-1837) lockt der „Königsaal“ im Ostflügel.

Das Residenzmuseum vermittelt Geschichte und Geschichten lebendig und bietet seinen Besuchern zahlreiche Erlebnismöglichen sowie ein reichhaltiges Führungsangebot. Auch für Kinder ist das Schloss erlebbar: In den mit viel Liebe zum Detail konzipierten „Schlossmöbeln“ entdecken Kinder die Themen des Residenzmuseums auf außergewöhnliche Weise: Mit allen Sinnen können sie den ehemaligen Bewohnern des Celler Schlosses nachspüren, deren Alltag kennen lernen und dabei Spannendes aus der Kulturgeschichte erfahren!

Fotografisch findet man zu allen Jahreszeiten immer wieder reizvolle Motive und der Schlosspark mit seinem zum Teil sehr alten Baumbestand läd zum entspannten Verweilen und Auftanken der Seele ein. Über das ganze Jahr werden der Park und die Außenbereiche des Schlosses für interessante und unterhaltsame Veranstaltungen genutzt. Und wer sich fürstlich trauen lassen will, der kann dies standesgemäß im Trauzimmer des Schlosses vollziehen.

Celler Schloss, Schlossplatz 1, 29221 Celle

Tel.: 05141 / 12 373

Di – So 10-17 Uhr

Text: Residenzmuseum, Wikipedia – Fotos: Hubertus Blume

(C) Blume Bild

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