Bomann-Museum in Celle, Folge 1

Autor:
Aneka Schult-Fietz

Museum für die Kulturgeschichte im Landkreis Celle

Innovative Neugestaltung des Bomann-Museums spricht Besucher an

Eingebettet zwischen Celler Altstadt und Celler Schloss liegt das Bomann-Museum, eines der bedeutendsten Museen in Niedersachsen. Das 1892 als „Vaterländisches Museum“ gegründete Haus wurde 1923 nach seinem ersten Direktor Wilhelm Bomann benannt. Es präsentiert umfangreiche Sammlungen zur niedersächsischen Volkskunde und Kulturgeschichte sowie zur Celler Regional- und Stadtgeschichte, seit 2002 unter Leitung von Jochen Meiners als Museumsdirektor.

CELLE. Sie scheint noch warm zu sein, die Kartoffelsuppe. In die Nase steigt der Duft von Blutwurst und Brot. Man möchte sich fast hinzusetzen an den Tisch im Flett, dem Hauptlebens- und Wohnraum um die Feuerstelle, so echt wirkt das Ambiente im ausgestellten Bauernhaus. „Derart authentische Details im gesamten Bomann-Museum verdanken wir den Szenographen, die vom Film kommend mit sehr viel Herzblut und Kreativität den Umbau bereichert haben“, sagt Hilke Langhammer, Mitarbeiterin für Stadtgeschichte und Öffentlichkeit des Celler Museums für Kulturgeschichte. Dank der Mithilfe von Präparatoren und Szenographen bekamen zahlreiche Ausstellungsobjekte und –situationen einen lebendigeren Anstrich.

„Das ist eine der Neuerungen des Umbaus“, betont Langhammer sichtlich glücklich über die modernere Museumspräsentation. 3,1 Millionen Euro kostete die Neugestaltung der immerhin 3500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, die Ende 2013 abgeschlossen war. Aufgeteilt in sieben Bereiche wurden mit frischer Farbe und knackigen Texten deutlich ansprechendere Besuchererlebnisse geschaffen. Der Besucher spaziert nun zwischen fundiert sanfterer Information und anschaulicher Bebilderung durch das Haus.

Erste Station: Celle im Spiegel von Welt und Zeit

Dort, wo sich einst das Museumscafé befand, führt ein chronologischer Rundgang in die Celler Stadtgeschichte ein. „Bisher gab es eine solche Einführung bei uns nicht“, erklärt Langhammer. Außerdem sei es den Mitwirkenden gut gelungen, einen Mix zwischen für Celle markanten historischen Eckpfeilern und allgemein aus der Geschichte bekannten historischen Meilensteinen in ein Verhältnis zueinander zu setzen, immer exemplarisch dargestellt an einzelnen Protagonisten. „Der Mensch und sein Verhältnis zu den Zeiten und Objekten steht seit der Neugestaltung im Mittelpunkt.“ Gern habe man sich auch die Akteure „in der zweiten Reihe“ oder Nebenschauplätze herausgesucht, wie am Beispiel der Appollonia, Nonne im Kloster Wienhausen und Schwester des sicher berühmteren Bruders Ernst des Bekenners deutlich wird. Ergänzend ermöglicht eine Medienstation die geographischen Einordnungen großflächig an der Wand. Übersichtlichkeit ist das A und O. Auf Kinderstationen habe man bewusst verzichtet. „Wir wollen Kindern, gerade in Begleitung von Eltern oder in Führungen auf gleicher Augenhöhe Geschichte näher bringen. Dafür bieten wir Türhänger mit Wissensfragen oder Experimentieranleitungen, zum Beispiel: wie baut man eine Lochkamera? Zudem verweisen Postkarten auf andere Celler Museen, die mit den behandelten Themen in Zusammenhang stehen.“

Zweite Station: Urtümlichkeit zwischen Schwarzsauer und Räucherfisch

Dritte Station: Heide und Hightech: Kontraste zur „Heilen Welt“

Vierte Station: Biedermeier – Spottfigur und Aufbruchsgeist

Fünfte Station: Zwischen großen Bodenschätzen und kleinen Löhnen

Sechste Station: Die Heide in den Augen der Maler und Poeten (folgt in kürze)

Siebte Station: Migration und Integration – Schicksalsreisen nach Celle (folgt in kürze)

 

Weitere Highlights des Bomann-Museums sind:

  • die aus der Entstehungszeit des Museums stammende, 1987 restaurierte „Ehrenhalle der Hannoverschen Armee“
  • die Abteilung Militärgeschichte im Residenzmuseum im Celler Schloss sowie ein bedeutender landesgeschichtlicher Sammlungsbestand
  • historische und kulturgeschichtliche Sonderausstellungen und Präsentationen moderner Kunst
  • die Eberhard-Schlotter-Stiftung Celle
  • die Stiftung Miniaturensammlung Tansey

Aktuelle Ausstellungen:

Miniaturen der Zeit Marie Antoinettes

Gert-Peter Reichert

Sonderausstellung zum 200. Jahrestag der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815

Immer wieder Napoleon…! Filmplakate aus der Sammlung Michael Großgarten

Infos zur Museumsgeschichte und Museumspädagogik unter: bomann-museum.de

 

Öffnungszeiten Museum:

Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

abweichende Öffnungszeiten an Feiertagen möglich

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Museen

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