Bomann-Museum in Celle, Folge 2

Autor:
Aneka Schult-Fietz

Zweite Station: Urtümlichkeit zwischen Schwarzsauer und Räucherfisch

Im ehemaligen Bienenzimmer und Bauernhaus, hat die Plastination für eine lebendiger wirkende und dauerhaftere Aufbereitung der Objekte gesorgt. Die Heide bleibt blühend und die neu präparierten Schnucken schauen fast woll-warm drein. Sogar Bienen wurden präpariert. „Thema hier ist die Museumsgründung“, sagt Langhammer. Auch wolle man zeigen, wie sich Museen früher präsentierten. Exemplarisch werden in Vitrinen statisch Wachsstock und Scheibenhonig ausgestellt. Die einzelnen Bereiche des Bauerhauses werden im Vergleich zu früher einführend erklärt. Der Raum wurde im Grunde wie ehedem erhalten. Eine Kammer erzählt stilecht von Dünger, Mist und Vieh. „Auch da haben die Szenographen lange herumgetüftelt, bis das Stückchen Wand des niedersächsischen Hallenhauses richtig dreckig aussah“, lächelt Langhammer. Neu ist die Vorratskammer mit Sauerkraut und Räucherfisch. Im Kessel über der Feuerstelle kocht das Schwarzsauer. Man meint, dass an der Oberfläche Fettaugen schwimmen. Im Waschzuber steht eine Wasserpfütze – modelliert wohlgemerkt – und das Tuch scheint nass. Dönz-Wohnstube, Schlafzimmer und Altenteiler wirken nicht mehr so „verstaubt“, da zahlreiche Hänge-Objekte und geöffnete Truhen mit Originalen ein Stück historische Unmittelbarkeit abbilden. Ein Übergang führt zum Museumscafé und in den dritten Ausstellungsteil.

Dritte Station: Heide und Hightech: Kontraste zur „Heilen Welt“

„Dieser Abschnitt behandelt die Entwicklung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert und ihre Bedeutung für die Kulturgeschichte des Celler Raums“, bemerkt Langhammer. Verklärende Vorstellungen von einem idyllischen Landleben würden der harten Realität gegenübergestellt. Im Rahmen des Themenkomplexes „von der Heidewirtschaft bis zur Massentierhaltung“ werden farblich verwoben durch eine grüne Wand Entwicklungen aufgezeigt und durch Exponate wie Wurstmaschine oder Trichinenschaugerät ergänzt. Anhand bedeutender Celler Personen wie Albrecht Thaer, der bisher in Celler Museen nicht vorkam, und Interieurs wie dem Konfirmations-Zimmer bekommen Besucher Einblicke in das frühere Leben. „Eine Lektorin brachte die wissenschaftlichen Texte in eine einheitlich frische Form“, findet Langhammer die neuen Erklärungen sehr gelungen. Vier Interviews mit heutigen Landwirtschaftsfamilien zeigen, wie die Betriebe den Bauern von einst gegenüberstehen – Kontraste zur „Heilen Welt“.

Erste Station: Celle im Spiegel von Welt und Zeit

Vierte Station: Biedermeier – Spottfigur und Aufbruchsgeist

Fünfte Station: Zwischen großen Bodenschätzen und kleinen Löhnen

Sechste Station: Die Heide in den Augen der Maler und Poeten

Siebte Station: Migration und Integration – Schicksalsreisen nach Celle

Weitere Highlights des Bomann-Museums sind:

  • die aus der Entstehungszeit des Museums stammende, 1987 restaurierte „Ehrenhalle der Hannoverschen Armee“
  • die Abteilung Militärgeschichte im Residenzmuseum im Celler Schloss sowie ein bedeutender landesgeschichtlicher Sammlungsbestand
  • historische und kulturgeschichtliche Sonderausstellungen und Präsentationen moderner Kunst
  • die Eberhard-Schlotter-Stiftung Celle
  • die Stiftung Miniaturensammlung Tansey

Aktuelle Ausstellungen:

Miniaturen der Zeit Marie Antoinettes

Gert-Peter Reichert

Sonderausstellung zum 200. Jahrestag der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815

Immer wieder Napoleon…! Filmplakate aus der Sammlung Michael Großgarten

Infos zur Museumsgeschichte und Museumspädagogik unter: bomann-museum.de

 

Öffnungszeiten Museum:

Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

abweichende Öffnungszeiten an Feiertagen möglich

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Themen:
Museen

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