Abschiedsparade der Briten in Bergen

Autor:
Redaktion

Die Briten sagen Farewell

Sie kamen als Besatzer und gehen als Freunde – so der Tenor der großen Farewell-Parade am 12. Juni in Bergen. Vor 70 Jahren, zum Ende des 2. Weltkrieges kamen sie nach Bergen und befreiten die Insassen des Konzentrationslagers in Bergen-Belsen und blieben seitdem dort stationiert. Für die Briten war es die östlichste Stationierung in Deutschland und somit für viele zunächst mit großer Skepsis behaftet – doch das legte sich schnell. Man wurde in Bergen willkommen geheißen – viele gemeinsame Aktionen, wie Fußballspiele, Feste am Heisterkamp und imm wieder die großen Paraden, haben die Soldaten hier zu Freunden werden lassen.

Bürgermeister Prokop würdigt das Zusammenleben in gutem Englisch und bedankt sich bei den Britischen Soldaten, aber auch Major General Nicholas Welch, Chef des Stabs spricht von einem sehr guten Verhältnis miteinander und erinnert an die geschichtliche Ereignisse, die man gemeinsam mit getragen hat.

O-Ton Bügermeister Prokop: “Dieses Wochenende aber wollen wir noch einmal gemeinsam feiern, feiern, das was war, uns feiern und unsere Freundschaft.

Heute Parade, morgen Britisches Familienfest im Heisterkamp und abends Party auf dem Friedensplatz nebenan. Am Sonntag dann schließlich ein letzter gemeinsamer Gottesdienst in der St. Lamberti-Kirche.

Ich denke, das vereint uns alle an diesem Wochenende: Freude und Wehmut zugleich, dass dieses große Fest ein Abschiedsfest ist. Familien, Soldaten, Offizielle, Briten, Deutsche und alle, die Anteil haben an unserer Gemeinschaft: Freude über die gemeinsame Zeit hier in Bergen, für viele von Ihnen vorübergehend, aber doch immer ein bedeutender Zeitraum der persönlichen Biographie oder aber auch als spannender Höhepunkt der beruflichen Karriere.

Für uns als Bergener Bürger gehören die britischen Soldaten mit ihren Familien zu Bergen wie das Rathaus, die Schützenfeste oder der Heisterkamp. Begonnen hat alles zwischen Bergen und den Briten mit dem Ende des schrecklichen  Krieges am 15. April 1945 mit der Befreiung des KZ Bergen-Belsen und der Besetzung der Region durch die Britische Armee.

Die Anwesenheit der britischen Armee und ihrer Angehörigen endet nun nach 70 Jahren, in denen Versöhnung, Vertrauen und letztlich auch eine innige Freundschaft zwischen den Bergenern und ihren Briten das Zusammenleben bestimmt. Es geht uns heute so, wie den Menschen in unserer Partnerstadt Pembroke in Wales. Als in den 1960er Jahren die Bundeswehr dort stationiert wurde, war die Skepsis der dortigen Menschen groß. Drei Jahrzehnte später war die Trauer der Menschen in Pembroke mindestens ebenso groß, als die Deutschen den Ort verließen, so wie die Briten jetzt Bergen verlassen. Deshalb ist dies auch der richtige Moment für mich, persönlich, aber auch im Namen von ganz Bergen Danke zu sagen”

Die ganze Rede lesen Sie hier.

Fotos: Hubertus Blume (C) Landluft-Celle.de

 

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