Kaffeemühle in Beedenbostel

Autor:
Redaktion

Ausflugstipp auch für Radler

Ein sonniger Spätnovembertag – Ulrike und Heiner Beinke aus Wienhausen schwingen sich auf ihr Fahrrad und fahren über Langlingen, Nordhausen nach Beedenbostel und machen Rast in der Kaffeemühle. “Wir kommen gern hier her, denn in unserer Nachbarschaft gibt es nicht so viele Möglichkeiten, wo man in gemütlicher Atmosphäre Kaffee und leckeren selbstgemachten Kuchen genießen kann.” Und so waren denn auch alle Plätze schnell belegt – aber man konnte ja noch in die obere Etage ausweichen. Ein lohnenswertes Ausflugslokal für das Wochenende oder an Feiertagen – dann immer geöffnet von 14-18 Uhr. Vor der Toreinfahrt wird man bereits durch ein munteres Gegackere begrüßt. An der Mühle 1, 29355 Beedenbostel, Tel: 05375-302 641

Zur Geschichte der Wassermühle: Ein Wohnhaus von 1796, eine Scheune mit Querdurchfahrt, die als Torhaus dient und schließlich das Mühlengebäude selbst, ein schlichter zweigeschossiger Ziegelbau mit Ladeluken: Dies ist das Ensemble des Beedenbosteler Mühlenhofes, dessen Geschichte vielleicht bis ins Mittelalter zurückgeht, als der Beedenbosteler Pfarrbezirk zum Archediakonat erhoben wurde (1197). Erstmals erwähnt ist die Mühle allerdings erst 1649, und 1663 wird sie als Erbzinsmühle mit zwei Wasserrädern bezeichnet, wobei auf einem ihrer zwei Mahlgänge nur Gerste und Buchweizen geschrotet werden durfte.

1905 ging die Mühle in Flammen auf, und während der Herbststurm brennende Mehlpartikel über die Dächer der Nachbarhöfe trieb, wurden fünfzehn weitere Gebäude eingeäschert. Nach dem Brand entstand das jetzige Mühlengebäude. Und mit der neuen Mühle kam in den 1920er Jahren auch der erste Strom nach Beedenbostel. Die Straßenbeleuchtung und die Maschinen einer Stellmacherwerkstatt versorgte die Turbine der Mühle mit Strom. Bis 1963 wurde die Mühle als Vollerwerbsbetrieb geführt, danach noch einige Jahre in Nebenerwerb. Lebendig ist es aber bis heute auf dem Mühlenhof geblieben: Dafür sorgt ein Mühlencafé, in dem man (vorerst nur) wochenends hausgebackenen Kuchen essen kann, während die Aschau nach wie vor die Turbine antreibt, wenn auch „nur“ zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf.

Im Jahre 1997 wurde die Idee geboren, die historische Beedenbosteler Wassermühle vor dem Verfall zu retten und zu einem Café umzugestalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die für den Betrieb der Mühle erforderlichen Maschinen ausgebaut und unsere Mitbürger waren sehr ängstlich und skeptisch, was mit ihrer schönen Mühle passiert.

Nach Erhalt der Baugenehmigung begannen wir im Jahre 1998 mit den Umbauarbeiten und verbrachten fortan so manches Wochenende dort. Es wurden Wände herausgebrochen, ein Fenster zum Aschauwehr eingebaut sowie Wasserleitungen gelegt, Toiletten und Heizungsanlage installiert.

Daneben wurden auf Flohmärkten das Mobiliar und die vielen Kleinigkeiten gesammelt, die diesen Ort so liebenswert machen.

Die alten Familienfotos von Mutters Speicher vollendeten das Bild und machten unser Café zu dem, was es heute ist: Ein Anziehungspunkt für Groß und Klein, für Jung und Alt.

Dann, am 28. Februar 1999 war es soweit – unser Schmuckstück war fertig und wir konnten endlich Einweihung feiern.

Ein Jahr später – im Juni 2000 – haben wir den Ausbau des „Walzenbodens“ ( I. Obergeschoss) fertig gestellt, der mit seinem herrlichen Ausblick gern zum Verweilen einlädt. 

Text/Fotos: Hubertus Blume + Infos von http://www.dierks-beedenbostel.de

Themen:
Ausgehtipps · Café

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