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Lachendorf

Autor:
Florian Friedrich

Ursprünglich ist Lachendorf ein altes Bauerndorf südöstlich von Celle. Funde und Grabhügel aus Stein- bzw. Bronzezeit deuten an, dass es sich hier um uralten Siedlungsraum handelt. Der Ort ist offenbar nach dem Bach benannt, an dem er liegt. Bereits für das Jahr 1278 ist nämlich der Name „Lachtendorpe“ überliefert, was so viel wie „Dorf an der Lachte“ bedeutet.

Im Schatzregister der Großvogtei Celle von 1438 sind bereits 18 Hofstellen in Lachendorf verzeichnet, darunter eine Mühle. Kirchliches und politisches Verwaltungszentrum ist zu dieser Zeit aber noch das benachbarte Beedenbostel. Lachendorf wird erst 1972, nach einer umfassenden Gebietsreform, Verwaltungssitz der gleichnamigen Samtgemeinde mit den anderen Mitgliedsgemeinden Ahnsbeck, Beedenbostel, Eldingen und Hohne. Seitdem ist die Samtgemeinde Lachendorf flächenmäßig mit ihren gut 164,5 qkm die drittgrößte im Celler Landkreis.

Für die heutige Bedeutung Lachendorfs bildet die Ansiedlung eines Papiermachers im Jahre 1538 die entscheidende Grundlage. Herzog Ernst der Bekenner brauchte für seine Celler Kanzlei Papier und ließ zu diesem Zweck an der Lachte, genau gegenüber der Getreidemühle in Lachendorf, eine Papiermühle errichten. Er verpachtete sie zunächst an die Papiermacherfamilie Kummer.

Im Jahre 1714 übernahm schließlich der Papiermacher Marcus Drewsen die Mühlenpacht. Seitdem ist der Name Drewsen eng mit Lachendorf verbunden, denn die Papiermacherfamilie Drewsen baute den Standort weiter aus und führte Lachendorf mit dem Anlaufen der ersten Papiermaschine im Jahre 1846 in das Industriezeitalter.

Papiermühle vor 1848

Papiermühle vor 1848; Quelle: Sammlung Elgar Drewsen

Aus der Papiermühle wurde eine Papierfabrik und mit der Produktion wuchs auch Lachendorfs Bevölkerung. Lebten hier im Jahre 1848 gerade einmal 445 Personen, zählte Lachendorf im Jahr 1900 bereits 1911 Einwohner.
Auch den Anschluss an die 1904 eröffnete Kleinbahnstrecke Celle-Wittingen (heute OHE) erwirkte seinerzeit Friedrich Drewsen, um besseren Zugriff auf Rohstoffe für die Fabrik zu bekommen. Viel hat Lachendorf durch die Fabrik profitiert, aber es gab auch Rückschläge. Zwei große Brände (1848 und 1850) äscherten nicht nur Teile der Fabrik ein, sondern auch einige Bauernhöfe und veränderten so das Aussehen des Ortes. Auch dem Raumbedarf der neuen Papiermaschinen mussten in der Vergangenheit alte Häuser und Bäume weichen.

Heute ist die DREWSEN-Papierfabrik nicht nur die älteste ihrer Art in Niedersachsen, sondern ein weltweit verkaufender Produzent von hochwertigen Spezial- und Sicherheitspapieren mit rund 400 Arbeitsplätzen. Die LKWs mit dem DREWSEN-Schriftzug gehören zum gewohnten Bild. Viele Lachendorfer haben einen direkten Bezug zur Fabrik.

Auf dem „Ollen Drallen Hoff“, der restaurierten Hofanlage am Rathaus, die vor allem öffentlichen Zwecken, wie dem alljährigen Beerenfest dient, wurde von einem Förderverein das „Haus der Papiergeschichte“ eingerichtet. Dort und am nahen „Drewsen-Platz“ wird das 300-jährige Wirken der Familie Drewsen in Lachendorf gewürdigt.

Lachendorf ist der zentrale Schulstandort der Samtgemeinde. Seit 2006 kann im neugebauten Lachendorfer Gymnasium auch das Abitur abgelegt werden.
Mit den drei Sporthallen an den jeweiligen Schulen, dem Schützenhaus von 1996, mehreren Tennisplätzen und dem Lachtestadion verfügt der Ort auch über sehr gute Sportstätten. Insbesondere Lachendorfs Sportschützen und die Volleyballer des TuS Lachendorf waren bereits überregional erfolgreich.

Für viele Menschen der umliegenden Orte ist Lachendorf aber vor allem der Ort zum Einkaufen. Hier finden sich viele Möglichkeiten zum Kauf von Schuhen, Blumen oder Lebensmitteln und vielem mehr. Lachendorf im malerischen Lachtetal ist das lebendige Zentrum im Osten des Landkreis Celle. Die Umgebung lädt zu Wanderungen und Fahrradtouren ein.

 

 

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Lachendorf

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