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Henning Otte – MdB vorort

Autor:
Redaktion

„Zuhause ist Eversen“, sagt Henning Otte,

ein Portrait von Gräfin Charlotte von Saurma

obgleich er zuhause nur zwei von sieben Tagen der Woche ist. Dafür aber auch schon mal des Öfteren am Hindukusch, natürlich auch in Mali, in Incirlik (Türkei). Die Woche über lebt er in Berlin. Dort eilt er von einem architektonischen Highlight zum anderen, vom Reichtagsgebäude zum Kanzleramt, Konrad-Adenauer-Haus, dem Verteidigungsministerium und sonstigen Büros im chicen neuen Parlaments- und Regierungsviertel. Von seinem Büro unter den Linden, in dem einst Margot Honecker residierte, also mitten im pulsierenden neuen Deutschlands – da, wo die Metropole Internationalität und Aufbruch versprüht, hat er einen fabelhaften Blick auf die prominenten Gäste des Hotels Adlon. Henning Otte, geboren 1968, ist CDU Bundtagsabgeordneter für den Wahlkreis Celle-Uelzen und verteidigungspolitischer Sprecher seiner Partei.

Ottes Zuhause dagegen liegt am Rand des Naturparks Südheide und wenn man nicht aufpasst, fährt man an Eversen vorbei. Der alte Dorfkern, parallel zur Umgehungsstrasse, ist eine Ansammlung gepflegter Fachwerkhäuser, nicht protzig aber adrett, ein bisschen Tourismus, zwei Rittergüter, zwei Gasthöfe, ein Schützenverein, Gesangsverein, Gänse auf dem Dorfteich, Landhandel, Sägewerk, Kindergarten, Fußballverein, Grundschule. Ein kleiner Heideort südlich von Hermannsburg, der zusammen mit den Dörfern Feuerschützenbostel und Kohlenbach grad mal 1400 Einwohner hat. Sehr beschaulich und sehr intakt. Einer der beiden Gasthöfe gehört Ottes Bruder, Landhandel und KFZ-Betrieb sind Otte-Betriebe, der letzte Bauer des Dorfes heißt Otte, und Ottes Mutter wohnt auch gleich nebenan. „In der Stadt Bergen, in die Eversen eingemeindet ist, stehen 53 Ottes im Telefonbuch“, so Henning Otte. Der Bundestagsabgeordnete ist mit Leib und Seele Evensener. „Heimat ist ein gutes Gefühl. Es bedeutet Heide, Wald, Wiesen. Dort, wo meine Familie ist und wo meine Vorfahren herkommen.“

Henning Otte ist ein Pendler zwischen zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „Er führt ein Leben wie ein Monteur,“ erklärt seine Frau Anna-Maria. Sie managt wochentags die vier Kinder, Schwiegermutter, Tante, Pferd, Hund, Haus. Es ist eines der alten Fachwerkhäuser an der Dorfstrasse und wird seit 14 Generationen von den Ottes bewohnt. Inzwischen haben sie es ausgebaut – vorne lebt die Tante, zwanzig Meter weiter die alte Mutter. Eine perfekte Mehrgenerationen-Situation. Eversen ist ein funktionierendes Dorf mit festen Strukturen, in dem jeder jeden kennt und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält. Das hat Vorteile für den Berlin-Politiker: „Hier wird man schnell geerdet“.

Politiker benötigen Qualifikationen, um erfolgreich zu sein. Instinkt beispielsweise und Einfühlungsvermögen, Selbstvertrauen und Entscheidungswillen, Fähigkeiten wie Zuhören und Reden können. Nun gibt es keinen Studiengang, auf dem man „Politiker“ lernen kann, aber Henning Otte ist Gastwirtssohn, der früh in der Schankstube mit anpacken musste. Dort redet man miteinander, dort hat er die Ortsratssitzungen mitbekommen, die Kommunalwahlen. „Natürlich ist man auch in einem Gasthaus politisch. Aber es hat mich auch geprägt, immer Service orientiert zu arbeiten. Es gibt diese direkte Offenheit hier und man wird unmittelbar konfrontiert mit politischen Entscheidungen.“ Das Dorf als Schule der Politiker.

Politische Karriere kann man nicht planen. Aber der erdverwachsene Niedersachse ist auf seine unaufgeregte, solide Art weit gekommen und doch – und wie er es wollte – immer zuhause geblieben: Nach Ausbildung zum Reserveoffizier und Sparkassenkaufmann ein Jurastudium, danach Prokurist und Beginn der politischen Laufbahn, 2005 wird er stellvertretender Landrat und direkt gewählter Bundestagsabgeordneter, im Herbst 2016 wird er von seiner Partei mit 96 Prozent wieder nominiert. Sein Arbeitsschwerpunkt ist neben der Kommunalpolitik die Wehrpolitik, eine Arbeit, bei der er regelmäßig schlechte Schlagzeilen verkünden muss. Ein deprimierender Job? Aber dagegen hilft die ausgeprägte Heidjer-Mentalität – so schnell lässt sich Henning Otte nicht aus der Ruhe bringen. Nur bei seinem Herzenswunsch wird er dann doch noch emotional: Einmal im Leben möchte er gern Schützenkönig sein. Denn was ist schon ein Bundestagsabgeordneter gegenüber der Dorfmajestät!

Fotos: Hubertus Blume, Holger Talinski (C) LANDLUFT 2018

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