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Frank Schult – Gespiegelt gesehen

Autor:
Aneka Schult-Fietz

Dampfmaschine, die Freiräume erlaubt

Frank Schult – Malerei und Grafiken unter dem Titel „Gespiegelt Gesehen“ in der Galerie SchwarzKunst

CELLE. „Gespiegelt Gesehen“ – unter dem Titel sind rund 42 Werke des Künstlers Frank Schult in der Galerie SchwarzKunst zu sehen, darunter Zeichnungen, Arbeiten in Mischtechnik, Dispersion, Kreide, drei Modellobjekte und Leinwände in Öl, zudem exklusive Jahresgaben, zehn farbige Linolschnitte, grafische Originale in handlichem Format. Der Spiegel als Thema ist seit jeher ein zweideutiges Symbol. „Wir leben wie unsere Ahnen, die sich seit Anbeginn die Frage stellen, wohin die Reise gehen soll“, erklärt Schult. Unser moderner Spiegel sei der Monitor, der Fernsehapparat. Auch Printmedien gehören dazu. „Die Politik verwaltet und suggeriert, dass man alles, was zählt nur mit Geld erreichen kann. Immer schneller, immer höher ist die Devise. Hier und da ist zwar die Rede von Entschleunigung, doch wir alle konsumieren im Dauerlauf grenzenlos Banalitäten.“ Als Maler nehme sich Schult heraus, Dinge in den Fokus zu stellen, die scheinbar unbedeutend sind, teils den Eindruck vermitteln, dass die Welt ein Irrenhaus ist. Da geben sich „Der Trommler“ und „Don Quichote“ ein Stelldichein. „Surreal erscheinen uns Szenerien, einem Kaleidoskop ähnlich, das willkürlich von einem Spieler durchgeschüttelt wird“, sagt Schult. Einige Schritte weiter betritt man einen Raum, andächtig gestimmt vom Ölbild „Ort der Stille“. Vor einer mächtigen Kathedrale kommt das Panoptikum für einen Moment zur Ruhe. „Die Spieluhr der Ewigkeit“ summt ihr eigenes Lied. Eine innere Einkehr, ein Augenblick der Besinnung – das kann Kunst im besten Falle sein. Ein Spiegel, um sein Selbst zu erkennen samt Hintergründigem, über das Ich hinaus. In der Mystik entlarvt er eine höhere Wirklichkeit, bei Hesse die gebrochene Identität. „Ich habe mein Spielzeug gefunden“, so Schult. „Ich habe mir eine Dampfmaschine gebaut, die mich antreibt und mir Freiräume erlaubt. „Aus einer verträumten Welt, die unsere verborgenen Schätze der Kindheit, unsere Sehnsüchte wahrt, nehme ich die Teilchen für meine Bilder – mit einer Portion Wut im Bauch.“

Bis 31. Januar 2017 in der Galerie SchwarzKunst, Südwall 15, donnerstags und freitags 14 bis 18 Uhr, sonnabends 11 bis 16 Uhr. Infos unter (0 51 41) 27 3 70.

Fotos: Hubertus Blume

(C) www.landluft-celle.de, 2017

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